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Dieses ist das 1. Kapitel von "Die Imitationskirche."

 

1. Organismus - nicht Organisation

Frank L. Preuss

 

Die Kirche ist ein Organismus - nicht eine Organisation. Die Bibel benutzt den Leib eines Menschen um den Aufbau der Kirche zu beschreiben und die Mitglieder der Kirche sind wie die Glieder eines menschlichen Körpers. Einer ist der Fuß, ein anderer eine Hand, einer das Auge und einer ein Ohr. Denn wie der Leib eine Einheit ist, doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: so ist es auch mit Christus (1 Korinther 12,12). Da gibt es keine Organisation die den Leib in Betrieb hält und ihn am Leben hält. Was einen Körper das Fortbestehen ermöglicht und was ihn am Leben hält ist der Geist, denn wenn der Geist den Körper verläßt ist der Körper tot. Genau so ist es mit dem Leib des Herrn - der Kirche Gottes. Wir brauchen den Geist, um sie am Leben zu erhalten, den Heiligen Geist. Wenn wir anfangen, den Heiligen Geist mit einer Organisation zu ersetzen, dann wird der Heilige Geist ausziehen. Der Heilige Geist wird weggehen, weil er die Glieder nicht mehr führen kann, denn die Organisation tut dies nun. Wenn die Gläubigen zusammenkommen werden die einzelnen Personen nicht mehr vom Heiligen Geist geleitet, sondern von den organisatorischen Formen die die Organisation vorschreibt. Dem Heiligen Geist wird nicht mehr Freiheit gewährt und er geht. In dem Augenblick in dem der Heilige Geist geht, ist die Kirche tot - geistig tot.

Um einen Organismus zu verstehen, müssen wir erkennen, daß ein Organismus nur einen Kopf hat. Alles wird von diesem Kopf geleitet. In der Kirche Gottes ist dieser Kopf der Herr Jesus. Und wenn wir diese Haupteigenschaft eines Organismus verstehen, daß er nur einen Kopf hat, dann verstehen wir auch Einheit. Wenn jedes Glied auf Jesus ausgerichtet ist, dann haben wir Einheit. Wenn einige Glieder anfangen, sich auf etwas anderes auszurichten, z. B. auf Menschen wie Petrus, Apollos, Paulus, Luther, Calvin - oder auf Organisationen, die das Ergebnis dieses Dranges sind, Menschen zu folgen - dann haben wir die Einheit zerstört.

Ich bin also in Übereinstimmung mit einem Christen neben mir ganz einfach dadurch, daß ich in Übereinstimmung mit Jesus bin. Und ich stimme mit einem Christen auf der anderen Seite der Welt überein dadurch, daß ich mit Jesus übereinstimme. So einfach ist das. Wenn ein Christ neben mir anfängt, sich mit mir zu unterhalten, dann besteht bereits Einheit zwischen uns, bevor er auch nur das erste Wort sagt. Genau so mit einem Christen auf der anderen Seite der Welt: wenn er mir einen Brief schreibt, dann besteht bereits Einheit während er noch schreibt - sogar bevor ich den Brief erhalte, denn er stimmt mit Jesus überein und ich auch.

Wir müssen den Unterschied zwischen einem Organismus und einer Organisation sehen. Wenn wir wissen, was der Unterschied zwischen diesen beiden ist, wird es für uns viel einfacher auch den Unterschied zwischen der wirklichen Kirche und einer Imitationskirche zu erkennen.

Ein Organismus steht unter der Kontrolle eines Kopfes. Und dieser Kopf kontrolliert alle Teile des Organismus.

Eine Organisation dagegen hat viele Rangstufen zwischen dem Höchstrangigen und dem Niedrigstrangigen. Auf der obersten Rangstufe haben wir den Landesbischof, den Papst oder wie immer die Konfession ihn nennt. Darunter gibt es so etwas wie Kardinal oder Bischof und darunter vielleicht Pfarrer, Priester, Pastor. Das letzte Glied in der Rangordnung ist das einfache Mitglied der Konfession. Das Ganze ist wie die Armee aufgebaut: verschiedene Offiziersränge und am Ende der einfache Soldat. Der Soldat spricht mit seinem direkten Vorgesetzten, sagen wir mal mit dem Feldwebel. Er geht nicht zum Hauptmann um Meldung zu machen, er geht nicht zum General, er geht zum nächst höheren in der Rangfolge. Würde er etliche Ränge übergehen, würde die ganze Organisation nicht mehr funktionieren. Es kann ihn sogar umbringen, da der direkte Vorgesetzte nicht handeln kann, da er die notwendige Information nicht hat. Es kann sogar zur Besiegung der ganzen Armee führen.

Nun wollen wir uns den Organismus ansehen. In einem Organismus ist jeder Teil direkt mit dem Kopf verbunden. In der wahren Kirche meldet sich jeder Gläubige direkt beim Herrn und wird direkt vom Herrn geleitet. Wenn ein Gläubiger nicht den Herrn selbst kennt, wird er besiegt werden, er mag sogar sterben, denn der Herr kennt ihn nicht und er ist daher nicht wirklich Teil der Familie Gottes. Wenn es zum entscheidenden Augenblick in seinem Leben kommt, wird er wie die fünf törichten Jungfrauen sein. Jesus sagte zu ihnen "Ich kenne euch nicht" (Matthäus 25,12). Sie kannten ihn nur vom Hörensagen. Nur die Händler, von denen sie das Öl kauften, kannten sie wirklich. Es geht um Leben und Tod. Es ist nicht nur eine Sache zwischen Leben und Tod für das einzelne Mitglied, sondern für die ganze Organisation - für die Konfession - zu der er gehört. Jesus kennt sie nicht, denn sie haben sich nie bei ihm gemeldet, sie hatten sich immer bei ihrer Konfession gemeldet und von ihrer Konfession wurden sie auch geleitet - nicht von ihm.

Wenn in einer Organisation die richtige Befehlsübermittlung nicht eingehalten wird, mag sie besiegt werden und viele oder sogar alle mögen ihr Leben verlieren. Wenn in einem Organismus die direkte Verbindung mit dem Kopf nicht aufrechterhalten wird, kann das Gleiche geschehen: Tod.

Aber das Funktionieren eines Organismus ist völlig anders als das einer Organisation. Der Neigung eine Organisation zu formen gehen immer einige einfache Dinge voraus. Es sind Dinge wie Neid, Eifersucht, Stolz, die Liebe zu den Dingen dieser Welt, die Unfähigkeit, den Leib des Herrn zu erkennen, der Drang irgend welchen Männern zu folgen anstatt dem Herrn, sich eines Menschen zu rühmen, sich zugunsten des einen und zum Nachteil des anderen wichtig zu machen. Und das Ergebnis ist Fleischlichkeit. Und all dies folgt dem Drang eine Organisation zu haben. Dieser Drang wird auch oft davon begleitet, etwas in dieser Organisation zu werden. Und dann gibt es natürlich die, die ihr eigenes Königreich haben wollen und deshalb die Gründung einer Organisation betreiben.

Um zu verstehen wie ein Organismus wie die wahre Kirche funktioniert, wollen wir uns Beispiele ansehen, in denen Glieder des Leibes direkt vom Herrn geführt werden und auf diese Führung des Heiligen Geistes eingehen.

Unser erstes Beispiel ist Ananias in Damaskus. Die Bibel beschreibt ihn als Jünger. Er war nicht ein Ältester oder ein Apostel oder ein Evangelist, er war schlicht ein Jünger. Aber er erhielt direkte Anweisungen vom Herrn (Apostelgeschichte 9,10-19). Der Herr und Ananias besprachen diesen Auftrag den Jesus dem Ananias gab und Ananias tat was Jesus ihm auftrug. Ananias berichtetet nicht den Ältesten der Kirche in Damaskus von seinem Auftrag und versuchte auch nicht deren Segen oder deren Zustimmung zu erhalten. Da gab es keine Sitzung des Kirchenrates, der Synode, oder des Konzils um festzustellen, ob diese Annäherung an den Feind der richtige Schritt war, oder ob dieser Ananias wirklich einen Auftrag des Herrn erhalten hatte, oder ob es sich hier nur um die Idee eines übereifrigen Kirchenmitgliedes handelte.

Ein Glied im Leibe des Herrn Jesus hat also nur einen Kopf und das ist Jesus Christus selbst, da ist niemand dazwischen. Nur eine geistige Person wird dies verstehen - eine Person die weiß was es bedeutet vom Geist Gottes geleitet zu sein, die weiß, das sie ein Sohn Gottes ist, denn alle, die sich vom Geist Gottes leiten lassen, sind Söhne Gottes. Hier wird es nun ziemlich klar, daß da eine Beziehung besteht zwischen sich vom Geist Gottes leiten zu lassen und von Imitationskirchen wegzubleiben. Wir werden das Funktionieren der wahren Kirche nur dann verstehen, wenn wir es auch verstehen uns vom Geiste Gottes leiten zu lassen, wenn wir das Problem Neid und Eifersucht verstehen und wenn wir das Problem Menschen folgen zu wollen verstehen. Wir diskutieren hier verschiedene Aspekte des christlichen Lebens und nur wenn wir verstehen wie zusammenhängend sie sind, werden wir Jesus und seinen Leib erkennen.

Wir wollen nun zum zweiten Beispiel gehen: Es ist die Auswählung des Barnabas und Saulus zu dem Werk, zu dem der Heilige Geist sie sich berufen hat (Apostelgeschichte 13,1-4). Diese Auswählung war nicht von der Kirche von Antiochien vorgenommen worden oder von einer Zusammenkunft von Propheten und Lehrern in der Kirche in Antiochien. Der Heilige Geist tat es. Der Heilige Geist sandte sie aus. Sie wurden nicht von den Propheten und Lehrern ausgesandt, nein, der Heilige Geist tat es. In Apostelgeschichte 13,3 wird das Wort "apoluo" gebraucht, wenn es heißt "und ließen sie gehen". Und dies "ließen sie gehen" in Apostelgeschichte 13,3 bedeutet nicht bevollmächtigen, sondern gehen lassen, was andeutet, daß sie sie gern zurückbehalten hätten. Im nächsten Vers, in Apostelgeschichte 13,4, finden wir, wer sie bevollmächtigte: es war der Heilige Geist. Es heißt dort "Diese nun, wie sie ausgesandt waren von heiligen Geist, kamen sie gen Seleucia, und von da schifften sie gen Zypern". Ein anderes Wort wird hier benutzt: "ekpempo", es bedeutet bevollmächtigen. Es war also der Heilige Geist der das Ganze leitete und nicht Menschen. Oft wird gemeint, daß die Arbeit des Barnabas und des Saulus von der Kirche in Antiochia aus kontrolliert wurde, aber die Kirche in Antiochia bestimmte nicht wo die Apostel arbeiteten oder wie sie zu arbeiten hatten und was sie zu tun hatten und sie finanzierte ihre Arbeit auch nicht. Diese Ansichten entstehen immer, weil der Bibelleser eine gewisse Vorstellung hat, wie die Kirche aussieht und weil er versucht dieses Bild der Kirche in dem zu sehen, was er in der Apostelgeschichte ließt. Und diese gewisse Vorstellung wie die Kirche aussieht kommt natürlich von der Imitationskirche die er so gut kennt und mit der er dauernd zu tun hat.

Wenn wir den Unterschied zwischen einer Organisation und einem Organismus erkennen, dann wird es viel leichter für uns sein, auch den Unterschied zwischen einer Imitationskirche und der wahren Kirche zu sehen. Wenn wir von dem Namen der Kirche sprechen und wissen, daß die Bibel der Kirche bereits einen Namen gegeben hat wie "der Weg" oder "die Kirche Gottes", dann müssen wir dies als ein Kennzeichen sehen, die echte Kirche zu identifizieren. Wenn also eine selbstgemachte Kirche sich einen Namen gibt, sagen wir mal sie nennen sich "Agape Gemeinschaft", dann wissen wir, daß wir höchstwahrscheinlich eine Imitationskirche vor uns haben. Aber die Tatsache, daß diese Menschen sich einen Namen gaben, ist der Ausdruck eines tieferen Problems: sie wußten nicht, daß die wahre Kirche ein Organismus ist und nicht eine Organisation. An alles was sie denken konnten war nur eine Organisation, der Hauptgrund hierfür war wohl, daß alle andere christliche Gruppen die Form einer Organisation haben. Einer Kirche einen Namen zu geben ist also ein gutes Zeichen, daß es sich da um eine Organisation handelt.

Eine Organisation braucht einen Namen. Und dieser Name muß ein offizieller Name sein, denn er wird für viele Zwecke benötigt. Ohne einen Namen kann die "Kirche" in der "Welt" nicht existieren, nicht Teil dieser "Welt" sein. Mann kann nicht ein Bankkonto für eine Gruppe eröffnen, wenn man nicht einen Namen hat. Man kann nicht einfach eine Telephonnummer in das Telefonbuch drucken, ohne einen Namen davor zu haben. Man kann die Einkommenssteuer, die man für den "Pastor" und die "Kirchenangestellten" an das Finanzamt zahlen muß, nicht ohne Namenangabe senden, denn die müssen ja wissen welche "Kirche" das Geld schickt. Der Name ist nur ein Zeichen einer Organisation. Da sind andere: eine Organisation hat Mitgliederlisten, sie hat Mitglieder die die Organisation nach außen hin vertreten, sie hat eine Anschrift und eine Telefonnummer, sie hat eine Steuernummer und sie hat ein Büro.

Aber all diese Dinge gibt es nicht in der wahren Kirche - einem Organismus. Da gibt es keine Mitgliederliste auf dieser Erde, unsere Namen sind in dem Buch im Himmel aufgezeichnet; es ist ein geistiges Buch, das nicht von der Polizei eingesehen werden kann. Unser Name ist ein geistiger Name, man wird ihn nicht im Telefonbuch finden. Unsere Ältesten sind geistige Personen, die keine Verantwortung und keine Rechte haben im Sinne des öffentlichen Rechts des Landes in dem wir leben. Wir haben keine Büros und keine Kirchengebäude und besitzen keine Grundstücke, denn wir versammeln uns in Häusern und unsere Verbindung mit der Welt geschieht durch individuelle Glieder des Leibes. Wenn die Kirche z. B. mit Geld umgeht, dann wird ein Glied oder dann werden mehrere Glieder dies tun und sie werden alles veranlassen, was nötig ist, dieses Geld aufzubewahren oder zu überweisen, und sie sind verantwortlich für die Einzelheiten. Und die Kirche stellt nicht Leute an. Älteste sind Männer die ein normales Arbeitsleben führen und in ihrer Freizeit tun was immer nötig ist. Da ist kein "Pastor" - jemand der die "Pfarrstelle" übernimmt und ein Gehalt bezieht für den Dienst den er tut. Und da ist keine Diözese, kein Kirchenamt, keine Hauptverwaltung, kein Papst und kein Vatikan in Rom, denn da ist kein Mensch zwischen einem Kind Gottes und Gott. Aber jedes Kind Gottes hat direkte Verbindung mit Gott und mit Jesu Christus und mit dem heiligen Geist.

Da gibt es nicht so etwas, daß der Gläubige zum Ältesten geht und der Älteste geht zum Bischof und der Bischof geht zum Kardinal und der geht zum Papst und der ist Gottes Vertreter auf Erden.

Die Hirten der Kirche - und da sind immer mehrere Hirten, nicht ein einzelner "Pastor" - sind da, daß die Heiligen zugerüstet würden zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib Christi erbaut werden, bis daß wir alle hinkommen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes und ein vollkommener Mann werden, der da sei im Maße des vollkommenen Alters Christi (Epheser 4,12-13). Die Worte "bis" und "vollkommener Mann" sind wichtig in diesen Versen. Die Hirten haben die Heiligen zum "vollkommenen Mann" zu bringen - sie tun dies "bis" es geschehen ist - "bis" dieser "vollkommener Mann" erzielt worden ist. Weil Gottes Kinder sich von Gott leiten lassen und nicht vom "Pastor"; die Hirten sind dazu da, in diesem Lehrprozess zu helfen, aber sie sind nicht dazu da, daß Leute anfangen sich von ihnen leiten zu lassen. Die Hirten lehren die Heiligen, wie man sich von Gott leiten läßt.

Auf ihrer Missionsreise bestellten Barnabas und Paulus Älteste in jeder Gemeinde (Apostelgeschichte 14,23). Das geschah, als sie nach Lystra, Ikonion und Antiochia zurückgekehrt waren. Zuvor hatten sie diese Kirchen gegründet. Die Gründung einer Kirche kommt vor dem Bestellen der Ältesten. Die Gründung der Kirche ist das Wichtige, nicht die Bestellung von Ältesten. Und von diesem Bericht können wir auch sehen, daß eine Kirche sehr wohl weiterbestehen kann, ohne das der Kirchengründer anwesend bleibt. Da war eine neue Kirche, wahrscheinlich nur wenige Wochen alt, und die zwei Männer die diese Kirche ins Leben riefen, gingen. Und diese Kirche existierte weiter als ob nichts geschehen wäre, denn diese Christen erhielten ihr Leben vom Heiligen Geist und nicht von Menschen. Und Kirchen können ohne Älteste existieren, denn nachdem Barnabas und Paulus weitergezogen waren und bevor sie zurückkamen gab es dort keine Ältesten. Da war also diese ganz neue Kirche und sie hatte keine Apostel und auch keine Ältesten. Und diese Christen fuhren einfach fort zu wachsen, denn sie erhielten ihr Leben direkt vom Haupt der Kirche. Man hatte sie gelehrt ein direktes Verhältnis mit dem Erschaffer des Universums zu haben - und das war mehr als genug.

Wenn wir eine Kirche haben, dann vertrauen wir auf Gott, daß er diese Kirche am Leben erhält. Dieses ist eine Bedeutung Gott zu vertrauen: nicht unser Vertrauen in irgend jemand anderes zu setzen - auch nicht in uns selbst - nur in Gott. Eigentlich mißtrauen wir uns selbst. Unser Vertrauen ist nicht in uns selbst und wir selbst leiten auch nicht die Kirche; wir überlassen dies Gott.

Wir haben also diese Dinge zu verstehen. Älteste sind nicht Leute die die Kirche in Gang halten und leiten und Älteste sind nicht Leute die die Versammlung der Gläubigen in Gang bringen und leiten und Älteste sind nicht Leute die den einzelnen Gläubigen in Gang halten und leiten. Es ist der heilige Geist der all dies tut. Und was besonders wichtig ist, ist daß Älteste nicht die Versammlung der Gläubigen leiten. Es gibt nicht so etwas wie nur einen Ältesten zu haben - einen "Pastor" - der eine Ein-Mann-Vorstellung am Sonntag morgen abhält.

Vielleicht mag nun die Frage entstehen "Sollen wir uns nicht ihnen unterordnen, ihnen untertan sein, ihnen gehorchen?" Ja, wir sollen. Aber dieses Unterordnen ist das selbe als wenn ich mich einem Bruder unterordne oder wenn ich mich der weltlichen Autorität unterordne. Wenn die Verkehrsampel rot ist, dann warte ich bis es grün wird. Ich ordne mich den Regeln der Amtsgewalt unter, aber dies bedeutet nicht, daß diese Amtsgewalt nun mein Leben leitet. Wenn ein Bruder, und es mag vielleicht ein Bruder sein, der noch sehr jung im Glauben ist, mich korrigiert, dann ordne ich mich ihm unter und ich tue dies sogar, wenn ein Nichtchrist etwas zu mir sagt, von dem ich entnehmen kann, daß er indirekt ein Fehlverhalten in meinem Verhalten andeutet. Wenn Christen dies "Unterordnen" lehren, daß sich jeder Christ einem anderen Christen unterordnen soll, dann sollte man sie fragen, wem sich denn Martin Luther hätte unterordnen sollen. Und man sollte dann auf einer Antwort bestehen. Die einzige Person die unser Herr ist, ist der Herr. Und dies tun wir freiwillig; eigentlich bemühen wir uns, daß der Herr mehr und mehr Bereiche unseres Lebens als Herr übernimmt. Wir geben mehr und mehr von dem Thron ab, auf dem wir saßen, bevor wir ihn zum Herrn unseres Lebens machten. Wenn wir sagen, daß Jesus unser Herr ist, dann sagen wir auch, daß niemand anderes unser Chef ist, wir selbst nicht, aber auch kein anderer Mensch. Sich unterzuordnen ist ein Akt des Zugebens, daß die andere Person einen Vorschlag machte der recht ist - geistig recht ist. Aber ich ordne mich dem Vorschlag einer anderen Person freiwillig unter, nicht weil sie das Recht hat mir zu sagen was ich tun muß. Paulus war ein Apostel für diejenigen, die ihn als solchen haben wollten, denn sie erkannten sein Geistigkeit. Christen die nicht meinten, daß er diese Qualitäten hatte, akzeptierten ihn einfach nicht und Paulus versuchte nicht, sich ihnen aufzudrängen. Noch heute können wir die Briefe des Paulus lesen und tun, was er vorschlägt oder es sein lassen. Ich kann jemanden sagen was er zu tun hat und es ist seine Sache dieses zu akzeptieren oder es zu ignorieren. Dies ist der Unterschied zwischen dem Reich des Lichts und dem der Dunkelheit. Der Teufel wird immer versuchen uns zu täuschen, um über uns Einfluß zu gewinnen und wenn er jemanden unter seiner Kontrolle hat, dann macht er ihn zum Sklaven - zu einem Sklaven der Dunkelheit.

Wir lassen uns also vom Herrn leiten und nicht von Ältesten. Wenn wir Älteste in dem Neuen Testament studieren, finden wir, daß die Betonung mehr darauf liegt, was Älteste sind und weniger, was sie tun. In Titus 1,5-9 und 1 Petrus 5,1-4 finden wir Listen mit Eigenschaften von Ältesten und wenig davon, was sie tun sollen. Es ist wichtig für einen Ältesten wie Christus zu sein. Was er zu tun hat, ist vielleicht am besten in Titus 1,9 beschrieben, "weiterhelfen".

Die wirkliche Kirche ist ein Organismus oder eine sehr eigenartige Organisation. Eine Organisation mit Millionen von Gliedern aber nur einem Führer. Und alle Glieder melden sich bei diesem einen Führer und dieser Führer kennt alle Glieder und er kennt sie alle sehr persönlich - er kennt ihre Herzen. Wir sehen hier wieder, daß so etwas nur deshalb möglich ist, weil es eine geistige "Organisation" ist. Es ist eine "Organisation" auf der übernatürlichen Ebene. Nur eine geistige Person wird so etwas verstehen und akzeptieren. Eine fleischliche Person - eine Person, die es nicht versteht wie jemand vom heiligen Geist geleitet sein kann - wird Probleme haben zu sehen, wie man ohne eine Organisation eine Kirche haben kann. Sie glauben nicht wirklich an Gott. Sie glauben nicht wirklich, daß Gott allmächtig ist, daß er viele Millionen Christen kennen kann und daß er sie sogar alle zur gleiche Zeit einzeln und individuell leiten kann, daß er viele Millionen verschiedene Aspekte seines Reiches in einem Augenblick handhaben kann, daß er jedes Individuum persönlich behandelt und daß er jede Einzelheit dieses Individuums kontrolliert, sei es die geistige oder die körperliche Seite seines Lebens.

Da ist also ein Leib und ein Haupt. Das Haupt der Kirche die sich im Haus trifft ist der Herr und das Haupt aller Kirchen in verschieden Häusern an einem Ort ist auch der Herr und das Haupt aller Kirchen von mehreren Orten in einem Gebiet ist auch der Herr und das Haupt aller Kirchen in einem Land ist der Herr und das Haupt aller Kirchen auf dieser Erde ist der Herr. Dies ist nicht eine Organisation, es ist ein Organismus, wie der Organismus eines menschlichen Körpers - nur ein Kopf.

Und alle Anweisungen die wir erhalten kommen von unserem Kopf, dem Herrn. Und weil wir uns vom Herrn leiten lassen - wir alle - deshalb sind wir nicht unabhängig von einander und deshalb sind wir eine Einheit und uns einig.

Wir folgen nicht Männern und wir folgen nicht Organisationen. Und wir haben nicht Männer als unsere Meister und wir haben nicht Organisationen als unsere Meister. Jesus macht dies ausdrücklich klar in Matthäus 23,8: denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Wir haben nur einen Meister und wir können nicht zwei Meistern dienen. Wir können nicht dem Herrn dienen und einer Organisation. Wenn wir zu der Organisation halten, dann werden wir den Herrn verachten. Wir können also nur die Organisation hassen und den Herrn lieben. Da gibt es keinen Kompromiß.

 

Dieses ist das Ende von "Organismus - nicht Organisation."

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