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Dieses ist das 9. Kapitel von "Die Imitationskirche."

 

9. Trennt euch

Frank L. Preuss

 

 

Sich trennen von Nicht-Christen?

Was sagt uns die Bibel was wir tun müssen wenn wir die Gute Nachricht zu Menschen bringen und sie akzeptieren sie nicht?

Und wo euch jemand nicht annehmen wird noch eure Rede hören, so geht heraus von demselben Haus oder der Stadt und schüttelt den Staub von euren Füßen (Matthäus 10,14).

Dieses Gebot des Herrn finden wir auch in Markus 6,11, Lukas 9,5 und Lukas 10,10-11: wir gehen weg und schütteln den Staub von unseren Füßen.

In der Apostelgeschichte 13,50-51 wird ein solches Vorgehen beschrieben. In der Stadt Antiochia in Pisidien geschah folgendes: Aber die Juden bewegten die andächtigen und ehrbaren Weiber und der Stadt Oberste und erweckten eine Verfolgung über Paulus und Barnabas und stießen sie zu ihren Grenzen hinaus. Sie aber schüttelten den Staub von ihren Füßen über sie und kamen gen Ikonion.

In Markus 6,11 und Lukas 9,5 sagt Jesus, daß wir den Ort verlassen müssen und daß wir zum Zeugnis gegen sie den Staub von unseren Füßen schütteln müssen. Wir müssen also Leute, die eine klare Entscheidung gegen die Frohe Botschaft treffen, verlassen und unser Beispiel sind die Leute in der Stadt Antiochia in Pisidien: Sie verfolgten die Apostel und vertrieben sie aus ihrem Gebiet und die Apostel schüttelten den Staub von ihren Füßen und verließen den Ort. Es war dort also ein eindeutiger Fall von Ablehnung, ein Nichtakzeptieren der Guten Nachricht: die Leute verfolgten die Apostel und vertrieben sie. Wir können diese Regel also nicht anwenden, wenn Leute nicht gleich das erste mal wenn wir zu ihnen sprechen positiv reagieren. Wir können sie nicht als Ausrede benutzen das Evangelium nicht zu bringen nur weil die Leute es nicht gleich aufzunehmen scheinen.

Wie müssen wir uns nun verhalten gegenüber Menschen mit denen wir zusammenkommen, mit denen wir leben, arbeiten, geschäftlich zu tun haben, reisen, die Teil unserer Familie sind oder unsere Verwandten sind?

Die Antwort finden wir in 2 Korinther 6,14-7,1: Ziehet nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen. Denn was hat die Gerechtigkeit zu schaffen mit der Ungerechtigkeit? Was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? Wie stimmt Christus mit Belial? Oder was für ein Teil hat der Gläubige mit dem Ungläubigen? Was hat der Tempel Gottes für Gleichheit mit den Götzen? Ihr aber seid der Tempel des lebendigen Gottes; wie denn Gott spricht: "Ich will unter ihnen wohnen und unter ihnen wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein. Darum gehet aus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr, und rührt kein Unreines an, so will ich euch annehmen und euer Vater sein, und ihr sollt meine Söhne und Töchter sein, spricht der allmächtige Herr." Dieweil wir nun solche Verheißungen haben, meine Liebsten, so lasset uns von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes uns reinigen und fortfahren mit der Heiligung in der Furcht Gottes.

Dieses bedeutet, daß wir keine engen Beziehungen mit ihnen haben, wir sie nicht heiraten, wir sie nicht als Geschäftspartner nehmen. Wir verbleiben unabhängig vor ihnen. Sie sind nicht unsere Freunde und wir pflegen keine Gemeinschaft mit ihnen.

Jakobus 4,4-5 sagt: Ihr Ehebrecher und Ehebrecherinnen, wisset ihr nicht, daß der Welt Freundschaft Gottes Feindschaft ist? Wer der Welt Freund sein will, der wird Gottes Feind sein. Oder lasset ihr euch dünken, die Schrift sage umsonst: Der Geist, der in euch wohnt, begehrt und eifert?

Es kann also keine Freundschaft zwischen Christen und weltlichen Menschen geben und wir können uns nicht mit ihnen verheiraten: Sie ist frei, zu heiraten, wen sie will, nur, daß es im Herrn geschehe (1 Korinther 7,39).

Lasset euch nicht verführen! Böse Geschwätze verderben gute Sitten (1 Korinther 15,33). So jemand den Herrn Jesus Christus nicht liebhat, der sei anathema. Maran atha! das heißt: der sei verflucht (1 Korinther 16,22).

Und auch hier gilt, daß diese Schriftstellen nicht dazu benutzt werden können, Menschen um uns herum nicht Liebe entgegenzubringen und sie können auch nicht als Entschuldigung benutzt werden, nicht das Leben einer vom Heiligen Geiste bewohnten Person zu leben. Wir haben uns von Ungläubigen getrennt zu halten, wir bleiben aber die Botschafter des Herrn.

Wir haben also gesehen, daß wir mit weltlichen Personen nichts wirklich gemein haben, aber nun wollen wir uns der Frage zuwenden, ob es auch Gläubige gibt, von denen wir uns abkehren müssen.

 

Sich trennen von Christen?

Gibt es Christen von denen wir uns zurückziehen müssen?

In Matthäus 18,15-17 sagt uns Jesus, daß wir einen Bruder der an uns sündigt wie einen Ungläubigen behandeln müssen, daß wir ihn als einen Heiden und Zöllner halten sollen.

Jesus spricht hier von Christen, von Christen von denen wir uns zurückziehen müssen.

In 1 Korinther 5,9-11 ist es uns auch ganz deutlich gemacht worden, daß die Bibel von Christen spricht und eine Liste von Sünden ist uns auch gegeben: Ich habe euch geschrieben in dem Briefe, daß ihr nichts sollt zu schaffen haben mit den Hurern. Das meine ich gar nicht von den Hurern in dieser Welt oder von den Geizigen oder von den Räubern oder von den Abgöttischen; sonst müßtet ihr die Welt räumen. Nun aber habe ich euch geschrieben, ihr sollt nichts mit ihnen zu schaffen haben, so jemand sich läßt einen Bruder nennen, und ist
ein Hurer
oder ein Geiziger
oder ein Abgöttischer
oder ein Lästerer
oder ein Trunkenbold
oder ein Räuber;
mit dem sollt ihr auch nicht essen.

Eine ähnliche Liste finden wir in Epheser 5,3-7 und auch hier spricht die Bibel von "von euch", von Christen, und in Epheser 5,7 folgt das Gebot: Darum seid nicht ihre Mitgenossen.

In 2 Timotheus 3,1-9 befaßt sich die Bibel mit religiösen Leuten, die da haben den Schein eines gottseligen Wesens, aber seine Kraft verleugnen sie; und solche meide (2 Timotheus 3,5). Dies bezieht sich auf die letzten Tage (2 Timotheus 3,1) und in 2 Johannes 7-11 hören wir vom Widerchrist und dann auch hier das Gebot der Distanzierung (2 Johannes 10-11): So jemand zu euch kommt und bringt diese Lehre nicht, den nehmet nicht ins Haus und grüßet ihn auch nicht. Denn wer ihn grüßt, der macht sich teilhaftig seiner bösen Werke.

Der Zweck all dieser Schriftstellen ist, daß wir den Leib des Herrn rein erhalten: Und tut heraus den Unflat aus dem Heiligtum (2 Chronik 29,5).

Wir müssen Gottes Gemeinde rein halten und dies bedeutet, daß wir möglicherweise Christen aus ihr heraus tun müssen. Die vorher angeführten Schriftzitate sind recht eindeutig und gebieten uns in entsprechenden Fällen zu handeln. Und diese Gebote schließen niemanden aus, sie müssen auch angewendet werden, wenn es sich um Älteste der Gemeinde und auch Eltern, Kinder und sogar Ehegatten handelt. Wenn immer eine dieser zitierten Stellen zutrifft, dann müssen wir eine Trennung herbeiführen.

Wir wissen, daß dies recht selten in den Imitationskirchen praktiziert wird. In den Konfessionen ist die Priorität nicht den Leib des Herrn aufzubauen, sondern "Kirchenmitglieder" zu mehren. Sogar wenn einer seine Mitgliedschaftsbeiträge nicht bezahlt - was oft in diesen religiösen Klubs das Einzige ist, was von den Gliedern verlangt wird - wird er nicht ausgeschlossen, denn er ist immer noch eine Nummer und große Mitgliederzahl ist wichtig; es ist ihnen wichtig die größte "Kirche" der Stadt zu sein.

Wir, die wir in der wirklichen Kirche leben, müssen diese Gemeinde, die Gott gehört, rein erhalten. Gottes Gemeinde muß rein bleiben, so daß sie siegreich ist, daß sie eine überwindende Gemeinde ist, daß sie nicht die Schlacht verliert.

Und tut heraus den Unflat aus dem Heiligtum (2 Chronik 29,5) darum kannst du nicht stehen vor deinen Feinden, bis daß ihr den Bann von euch tut (Josua 7,13).

Wir müssen also alles Unreine entfernen. Wenn Jesus zu den sieben Gemeinden spricht, dann führt er die Entfernung des Bösen mehrere male an: Ich weiß daß du die Bösen nicht tragen kannst; und hast versucht die, so da sagen, sie seien Apostel, und sind's nicht, und hast sie als Lügner erfunden (Offenbarung 2,2). Jesus lobt hier die Gemeinde in Ephesus; aber ob er lobt oder tadelt, es geht ihm immer um die Reinheit der Gemeinde. Denn was wirklich zählt ist, daß die Schlacht gewonnen wird. Und wir wissen, wenn nur ein Glied in Sünde lebt, Achan (Josua 7), dann ist die Schlacht gegen einen kleinen Feind, Ai, verloren. Die Gemeinde war besiegt worden.

Deshalb geht es Jesus vielmehr um die Reinerhaltung seiner Gemeinde als um Erweiterung, denn er weiß, daß eine verunreinigte Gemeinde sich nicht ausweiten wird.

Zu der Gemeinde in Pergamon sagt er: Aber ich habe ein Kleines wider dich, daß du daselbst hast, die an der Lehre Bileams halten (Offenbarung 2,14) und zu der Gemeinde in Thyatira: Aber ich habe wider dich, daß du lässest das Weib Isebel (Offenbarung 2,20). Wir können einfach nicht Leute in Gottes Gemeinde tolerieren, die nicht zu dem Leib Christi gehören.

Ein wirkliches Anwachsen der Gemeinde wird manchmal nicht dadurch erreicht, daß wir versuchen mehr Mitglieder zu bekommen, sondern daß wir die Gemeinde verkleinern, daß wir Verunreinigungen aus der Gemeinde entfernen. Setzt entweder einen guten Baum, so wird die Frucht gut; oder setzt einen faulen Baum, so wird die Frucht faul. Denn an der Frucht erkennt man den Baum (Matthäus 12,33). Und wie machen wir einen Baum gut? Der Baum ist der Leib Christi, die Gemeinde. Ich bin der rechte Weinstock, und mein Vater der Weingärtner. Eine jeglich Rebe an mir (an Christus, an dem Leib Christi, an der Gemeinde Gottes), die nicht Frucht bringt, wird er wegnehmen (Johannes 15,1-2).

 

Wie verfahren wir?

In Matthäus 18,15-17 sagt uns Jesus, wie wir vorzugehen haben. Der erste Schritt ist, daß ich hingehe zu dem Bruder der an mir sündigt und ihn strafe zwischen mir und ihm allein. Hört er mich nicht, so nehme ich noch einen oder zwei zu mir; dies ist der zweite Schritt. Und wenn er auch nicht auf die hört, dann wird der dritte Schritt unternommen: der Gemeinde wird es gesagt. Hört er die Gemeinde nicht, dann halte ich ihn als einen Heiden und Zöllner.

Jesus sagt auch etwas über unser Verhalten das wir an den Tag legen müssen, solange wir noch mit dem Mann sprechen: um meinen Bruder zu gewinnen (Matthäus 18,15). Unser Verhalten während dieses Versuchs, einen Bruder zu gewinnen, muß das von Liebe und Selbstkontrolle sein: Liebe Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehler übereilt würde, so helfet ihm wieder zurecht mit sanftmütigem Geist ihr, die ihr geistlich seid (Galater 6,1).

Wenn er nicht bereit ist auf den rechten Weg gebracht zu werden, dann ist er auszuschließen. Dies bedeutet, daß er dann nicht mehr zur Gemeinde Gottes gehört, er ist nicht mehr ein Kind Gottes. Wir, die Gemeinde, haben diesen Mann gebunden, und alles, was wir auf Erden binden, das ist auch im Himmel gebunden (Matthäus 18,18).

Dieser Ausschluß muß aber nicht das Ende des Falles bedeuten. Es mag eine Zeit kommen, daß wir den Mann wieder lösen können und alles, was wir auf Erden lösen, das ist auch im Himmel gelöst (Matthäus 18,18).

In der Zwischenzeit übergeben wir diesen Menschen dem Satan zum Verderben des Fleisches, so daß der Geist selig werde am Tag des Herrn Jesu (1 Korinther 5,5). Wir übergeben ihn dem Satan. Er hat Gottes Schutz verloren. Er ist zu seinem Stillstand gebracht worden. Vielleicht erfährt er körperliche Probleme und es gibt für ihn daraus keinen Ausweg. Vielleicht schlägt er dann in sich (Lukas 15,17) und sagt: Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir (Lukas 15,18). Gemäß 1 Johannes 1,9 vergibt ihm Gott die Sünden und wir haben das Gleiche zu tun. Es ist aber genug, daß derselbe von vielen also gestraft ist, daß ihr nun hinfort ihm desto mehr vergebet und ihn tröstet, auf daß er nicht in allzu große Traurigkeit versinke. Darum ermahne ich euch, daß ihr die Liebe an ihm beweiset (2 Korinther 2,6-8).

Der Zeitpunkt ist gekommen, daß die Gemeinde diesen Mann auf Erden löst und er auch im Himmel gelöst ist (Matthäus 18,18): er ist wieder ein Glied der Familie Gottes geworden.

Wir können diese Schriftstelle auch so erklären: In dem Augenblick da der Mann seine Sünde bekennt, zugibt, daß er etwas falsches getan hat, vergibt ihm Gott und der Himmel hat ihn deshalb gelöst und wir auf Erden folgen dem, was im Himmel bereits geschehen ist und stellen Gemeinschaft mit ihm wieder her. Was wir auf Erden erlauben ist das, was im Himmel erlaubt ist.

Das gleiche Prinzip gilt, wenn wir die Trennung vollziehen oder ihm verbieten, Teil der Gemeinde zu sein. Wegen seiner Sünde hat er sich selbst von Gott getrennt, ist er nicht mehr Mitglied der Familie Gottes. Oder mit anderen Worten im Himmel hat die Trennung bereits stattgefunden und wir haben nur das Gleiche auf Erden zu tun: ihn zu binden. Was ihr auf Erden binden werdet, soll auch im Himmel gebunden sein.

Christen sind vom heiligen Geist geleitet und sie tun auf Erden das, was bereits im Himmel getan wurde. Sie sind so vom Geiste geleitet, daß sie einfach dem himmlischen Beispiel folgen.

In der Zwischenzeit haben wir aber nichts mit ihm zu schaffen, mit dem sollen wir auch nicht essen (1 Korinther 5,11), und haben den aus unserer Mitte gestoßen, der so etwas getan hat (1 Korinther 5,2). Tut von euch selbst hinaus, wer da böse ist (1 Korinther 5,13).

Alle diese Verfahrensregelungen machen einen solch kühlen und geschäftsmäßigen Eindruck. Sollen wir nicht in Liebe wandeln und vergeben? Ja, wir sollen. Während der ganzen Zeit da wir diese Maßnahmen anwenden, müssen wir diese Person lieben und in Vergebung wandeln. Aber echte Liebe tut etwas. Liebe ist nicht nur Sympathie zu haben und über das Problem hinwegzusehen und einen Bruder weg von Gott gehen zu lassen. Liebe ist etwas dagegen zu tun, die Person in Gottes Gemeinschaft zurückzubringen und dieses auf die bestmögliche Art und Weise zu tun: auf Gottes Art und Weise.

 

Besonder Fall

In 2 Thessalonicher 3,6-15 finden wir eine Warnung gegen Unordentlichkeit und wie wir uns Christen gegenüber verhalten sollen, die nicht arbeiten wollen: Entziehet euch von jedem Bruder, der da unordentlich wandelt (2 Thessalonicher 3,6). Paulus bezieht sich hier besonders auf solche die nicht ihr eigenes Brot verdienen wollen und gern von anderen leben und er schließt hier auch unsere Gemeindeältesten ein und sogar Apostel, denn Paulus erwähnt hier sich selbst - er selbst hat gearbeitet, um sein Brot zu verdienen. So jemand nicht will arbeiten, dann merkt ihn euch, und habt nichts mit ihm zu schaffen, auf daß er schamrot werde; doch haltet ihn nicht als einen Feind, sondern vermahnet ihn als einen Bruder (2 Thessalonicher 3,14-15).

 

Spalter

In Römer 16,17-18 werden wir ermahnt, daß wir achten auf die, die da Zertrennung anrichten. Wir müssen zwei Dinge tun: Wir müssen auf der Hut vor ihnen sein - auf sie achten - und wir müssen ihnen aus dem Wege gehen - von ihnen weichen. Der Grund wird auch angeführt: Denn solche dienen nicht dem Herrn Jesus Christus, sondern ihrem Bauche; und durch süße Worte und prächtige Reden verführen sie unschuldige Herzen. Die Bibel sagt, daß solche die Spaltungen verursachen, nicht unserem Herrn Christus dienen.

Wem dienen sie also? Sie dienen ihrem Bauch. Sie haben nur ihr Selbstinteresse im Auge. Sie dienen ihrem Bauch und sie verursachen Spaltungen; sie verführen durch schöne und gewandte Reden die Arglosen: mit ihren falsche Reden ziehen sie die Jünger auf ihre Seite. Dieses war ein wichtiges Thema für Paulus und er unterstreicht es ausdrücklich, als er zum letzten mal zu den Ältesten von Ephesus spricht (Apostelgeschichte 20,29-31): Denn das weiß ich, daß nach meinem Abschied werden unter euch kommen greuliche Wölfe, die die Herde nicht verschonen werden. Auch aus euch selbst werden aufstehen Männer, die da verkehrte Lehren reden, die Jünger an sich zu ziehen. Darum seid wach und denket daran, daß ich nicht abgelassen habe drei Jahre, Tag und Nacht, einen jeglichen mit Tränen zu vermahnen.

Dieses hört sich wirklich an, als ob es dem Paulus sehr wichtig erschien. Paulus wußte, daß Spaltungen verursachende christliche Gemeindeälteste erscheinen würden; er wußte, daß sie Konfessionen gründen würden und drei Jahre lang Tag und Nacht hat er nicht aufgehört, unter Tränen jeden einzelnen zu ermahnen und diese Ermahnung gilt noch heute für uns.

Heute haben wir eine Situation die aussieht, als ob sich alle Christen in Konfessionen befinden; der Eindruck besteht, als ob niemand von der Herde geschont wurde.

Was für eine Lösung gibt es? Eins ist sicher: Wir dürfen diese Situation nicht fortbestehen lassen. Wir dürfen es nicht zulassen, daß weiterhin reißende Wölfe bei uns eindringen und Jünger auf ihre Seite ziehen. Wir müssen dem ein Ende setzen. Die Antwort ist Trennung. Wir können mit solchen Wölfen nichts gemein haben. Das Gebot der Bibel ist strikt: Einen ketzerischen Menschen meide, wenn er einmal und abermals ermahnt ist, und wisse, daß ein solcher verkehrt ist und sündigt, als der sich selbst verurteilt hat (Titus 3,10-11).

Wir müssen also einen Menschen, der Spaltungen anrichtet, abweisen. Und das Vorgehen, das uns die Bibel aufgibt, ist abweichend von dem in Matthäus 18,15-17 gebotenen: Nur zwei Annäherungen und diese sind formell und streng: Verwarnungen. Und bereits nach der zweiten Warnung, falls er sich nicht ändert und aufhört Spaltungen zu verursachen, müssen wir eine völlige Trennung zwischen ihm und uns vollziehen.

Warum ein solch abruptes Verfahren? Das Fortbestehen der Gemeinde steht auf dem Spiel. Je länger wir warten, je mehr Schafe werden gerissen werden.

Durch süße Worte und prächtige Reden verführen sie die unschuldigen Herzen (Römer 16,18). Und sie sind selbst völlig davon überzeugt, daß sie das Richtige tun. In ihrer Fleischlichkeit und in ihrem völligen Mangel, die wirkliche Gemeinde, die Gemeinde wie sie im Neuen Testament beschrieben ist, zu verstehen, kommen sie in unsere Gemeinde mit nur einem Gedanken: Zu den Neubekehrten zu sprechen und sie zu ihrer Konfession einzuladen; sie müssen zu einem Kirchengebäude gehen und einen "Pastor" haben.

Wir können also nicht einfach da sitzen und dieses Vorgehen mit ansehen. Wir müssen unsere Augen offenhalten und auf die achtgeben die Spaltungen verursachen (Römer 16,17) und dann müssen wir sie warnen. Und wenn sie weitermachen, dann warnen wir sie noch einmal - ein zweites mal. Und wenn sie dann immer noch weitermachen, dann vollziehen wir die Trennung. Wir warnen sie also nur zweimal, nicht mehr, und danach völlige Trennung.

Falls wir diesem Vorgehen nicht folgen, werden wir eventuell selbst schuldig. Andere Christen sehen vielleicht, daß wir noch Gemeinschaft mit Spaltungen verursachenden Christen pflegen und glauben, daß sie es auch tun können. Oder andere Christen mögen denken: Er pflegt noch Beziehungen mit diesem Sektierer, er ist vielleicht selbst ein Spalter - ein reißender Wolf - ich sehe mich lieber vor ihm vor.

Leute die Spaltungen verursachen sind meistens religiöse Leute und Jesus verbrachte viel Zeit damit, uns über sie aufzuklären und uns vor ihnen zu warnen. Wir sollten beachten, daß Jesus nie hinter ihnen herlief, er befaßte sich nur dann mit ihnen, wenn sie zu ihm kamen. Und er zeigte ihnen wer sie wirklich waren und was in ihrem Herzen war.

Die Bibel nennt sie Pharisäer, Sadduzäer, falsche Propheten, Heuchler usw. Jesus befiehlt uns, daß wir uns vor ihnen in Acht nehmen sollen und daß wir sie allein lassen sollen. Lasset sie fahren! Sie sind blinde Blindenleiter. Wenn aber ein Blinder den anderen leitet, so fallen sie beide in die Grube (Matthäus 15,14).

Das Verfahren dem wir folgen müssen, wenn wir mit Spaltungen verursachenden Leuten zu tun haben, ist uns also in Titus 3,10-11 gegeben. Wir müssen eine solche Person warnen. Dies ist ein Gebot, ein Befehl. Wir können nicht sagen: "Ja, aber wenn ich diese Person nicht warne, dann kann ich mit ihm weiterhin Gemeinschaft haben, denn nur wenn ich ihn zweimal gewarnt habe, muß ich mich von ihm trennen. Dadurch, daß ich ihn nicht warne, kann ich es vermeiden, mich von ihm trennen zu müssen".

Wir haben keine solche Wahl, es ist unsere Pflicht Sektierer zu warnen.

Und eine Warnung auszusprechen ist nicht einfach zu sagen, daß die Person die wir ansprechen etwas falsches tut. Es bedeutet, daß wir Strafe androhen für den Fall, daß diese Person mit ihrer spalterischen Tätigkeit fortfährt.

Der Zweck der Warnungen ist, den verlorenen Sohn wieder zurück zu Gott zu bringen, aber der dringendere Grund ist, es zu vermeiden, daß mehr Schafe von diesem Wolf gerissen werden.

Wir müssen also acht auf uns geben, sogar auf unsere eigenen Gemeindeältesten, auch aus uns selbst werden aufstehen Männer, die da verkehrte Lehren reden, die Jünger an sich zu ziehen (Apostelgeschichte 20,30). Da gibt es immer Leute, die wollen ihr eigenes Reich bauen und nicht das des Herrn.

Laßt uns also anfangen acht zu geben: Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe; darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben. Hütet euch vor den Menschen (Matthäus 10,16-17).

 

Vorschlag

Was wir hier behandelt haben ist ein wichtiges Gebiet in dem Wissen über die Gemeinde und das Gemeindeleben. Alle hier besprochenen Gesichtspunkte wurden praktisch nur aufgereiht und recht kurz behandelt. Wir schlagen deshalb vor, dieses Gebiet eingehend zu studieren. Ein erster Schritt hierzu kann getan werden, wenn Sie durch dieses Material ein zweites mal hindurch gehen und dabei jede Bibelstelle aufsuchen und nachlesen und in ihrem Zusammenhang betrachten. Ziehen Sie auch Beispiele aus der ganzen Bibel hinzu - einschließlich des Alten Testaments, Beispiele aus Ihrer eigenen Erfahrung und aus Ihnen bekannten Berichten.

Um Ihnen einen Ansporn zu geben: In Matthäus 18,15 und auch in Matthäus 18,21 gibt es das Wort "sündigt". Es steht hier in der grammatischen Form der Gegenwart - und nicht der Vergangenheit. Es geht hier bei den Betrachtungen des Herrn, und auch bei der Frage die Petrus stellt, um Fälle die stattfinden, nicht um Fälle die stattgefunden haben. Es werden hier also Situationen behandelt, wo ein Bruder sündigt und mit diesem Sündigen fortfährt.

Um es an einem Beispiel zu erläutern: Ein Ältester, der eine schwerwiegende Verfehlung begangen hat - in der Vergangenheit - und der nicht damit fortfährt diese Verfehlung zu begehen, kann nicht gebunden werden im Sinne von Matthäus 18,15-18. Und seine Brüder, gegen die er gesündigt hat, haben ihm nur einmal zu vergeben und nicht 77 mal (Matthäus 18,22). Nachdem sie ihm einmal vergeben haben, wandeln sie im Glauben und beharren auf dieser ihrer Entscheidung die sie einmal getroffen haben und widerstehen dem Teufel jedesmal, wenn er kommt und versucht, negative Gefühle gegen diesen Ältesten aufzuwiegeln.

Wir sehen also, daß eine ins Einzelne gehende Kenntnis der Gebote des Herrn nötig ist, um sie richtig anzuwenden. Ein eingehendes Studium dieser Gebote wird also für Sie gut sein und Sie mehr zu einem Segen in der Gemeinde werden lassen.

 

Dieses ist das Ende von "Trennt euch"

Zu Kapitel: [10]

 

 

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