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Dieses ist das 14. Kapitel von "Die Imitationskirche."

 

14. Heiraten?

Frank L. Preuss

 

Was sagt uns die Bibel bezüglich Ehe und bezüglich Heirat?

Wir wollen uns mit dem Thema Heirat befassen. Da besteht der Unterschied zwischen Heirat und Ehe. In der Bibel gibt es Stellen, die die Aufgaben in einer Ehe erläutern; welches die Pflichten eines Ehemannes sind und welche Aufgaben die Ehefrau hat. In Epheser 5,25 und in 1 Petrus 3,7 finden wir zum Beispiel was der Ehemann in einer Ehe zu tun hat und wie er seine Frau zu behandeln hat und in Epheser 5,22 und 1 Petrus 3,1 die Richtlinien für die Ehefrau.

Diese Verse treffen allerdings für Leute zu, die bereits verheiratet sind und wir wollen uns nun aber Menschen zuwenden, die noch nicht verheiratet sind, aber sich überlegen, ob sie heiraten sollten und die wissen möchten, was Gottes Wort hierzu zu sagen hat, denn sie wollen auch Gottes Willen in diesem Aspekt ihres Lebens tun. Es gibt ein Kapitel in der Bibel das sich ganz besonders hiermit beschäftigt. Es ist das siebente Kapitel im ersten Brief an die Korinther.

Paulus schreibt dort im ersten Vers: "Wovon ihr aber mir geschrieben habt, darauf antworte ich." Die Korinther hatten also die gleiche Frage wie wir und Paulus beantwortete sie in seinem Brief und es ist eine Richtlinie, die uns heute zur Verfügung steht.

Wir wollen uns also ansehen, was zu dem Thema Heirat gesagt wird. Es folgen jetzt die ersten beiden Verse von 1 Korinther Kapitel 7: "Wovon ihr aber mir geschrieben habt, darauf antworte ich: Es ist dem Menschen gut, daß er kein Weib berühre. Aber um der Hurerei willen habe ein jeglicher sein eigen Weib, und eine jegliche habe ihren eigenen Mann." Heirat wird hier also nicht empfohlen, es ist aber auch ganz bestimmt nicht verboten, denn jemanden das Heiraten zu verbieten, wird in 1 Timotheus 4,3 als falsch betrachtet. In 1 Korinther 7,1-2 erfahren wir also von Paulus was gut für einen Mann ist: Nicht zu heiraten. Im zweiten Vers sagt er dann, warum Leute heiraten sollten. Wir haben hier also eine Situation wo zunächst die beste Wahl empfohlen wird und dann eine zweite Wahl und einen Grund für diese zweite Wahl. Es ist also jedermanns eigene Sache zu entscheiden was er will. Aber Paulus drückt klar aus was die beste Wahl ist: nicht zu heiraten. Er sagt es ist gut für einen Mann nicht zu heiraten. Wenn es also ein Mann gut haben will in seinem Leben, dann sollte er nicht heiraten: es ist die bessere Wahl. Zur Verhütung der Unzucht aber kann jeder Mann seine Ehefrau und jede Frau ihren Ehemann haben. Wegen diesem Problem der Unzucht kann es also ratsam sein, zu heiraten. Einem Mann aber wird es unverheiratet besser gehen. Er hat also die Wahl. Ein Mann kann also entscheiden ob er ein besseres Leben haben will oder ob er meint, daß er Probleme haben wird unverheiratet zu bleiben und keine Frau zu haben, die ihren ehelichen Pflichten nachkommt. Wenn er glaubt, daß ein Leben als Unverheirateter ihm ein unmoralischen Lebenswandel bringen wird, dann ist es ratsam, daß er heiratet.

Wir wollen die nächsten 4 Verse lesen (1 Korinther 7,3-6): "Der Mann leiste dem Weib die schuldige Freundschaft, desgleichen das Weib dem Manne. Das Weib ist ihres Leibes nicht mächtig, sondern der Mann. Desgleichen der Mann ist seines Leibes nicht mächtig, sondern das Weib. Entziehe sich nicht eins dem andern, es sei denn aus beider Bewilligung eine Zeitlang, daß ihr zum Fasten und Beten Muße habt; und kommt wiederum zusammen, auf daß euch der Satan nicht versuche um eurer Unkeuschheit willen. Solches sage ich aber aus Vergunst und nicht aus Gebot."

Hier haben wir also auch Ratschläge für Leute die verheiratet sind. Dies hier ist aber geschrieben worden so daß Menschen die nicht verheiratet sind, aber es erwägen zu heiraten, wissen, was ihre Pflichten sind, wenn sie heiraten. Eine verheiratete Person muß ihren ehelichen Pflichten nachkommen. Sie ist nicht mehr frei zu tun was ihr beliebt. Ein unverheirateter Mann ist frei und braucht keinen ehelichen Aufgaben einer Frau gegenüber nachzukommen. Wenn er zum Beispiel nach der Arbeit seine Zeit damit verbringen will, sich mit Dingen Gottes zu beschäftigen und anderen Menschen zu helfen, dann kann er dies tun und er braucht nicht seine Zeit mit seiner Frau, den Kindern, den Hausarbeiten und ähnlichem Dingen verbringen. Das gleiche trifft auf eine Frau zu. Eine unverheiratete Frau ist frei und braucht nicht für ihrem Mann und für ihren ehelichen Aufgaben da zu sein. Falls sie zum Beispiel ihre Zeit nach der Arbeit, oder auch vielleicht vor der Arbeit, damit verbringen will, Gott besser zu kennen und sein Wort zu studieren und darüber nachzudenken, dann kann sie dies tun und sie braucht nicht ihre Zeit mit der Erziehung der Kinder zu verbringen und für ihren Mann da zu sein und zu kochen, waschen und sauber machen.

Wenn aber eine Frau verheiratet ist, dann ist sie nicht mehr frei; sie kann nicht sagen, ich will den ehelichen Pflichten nachkommen oder ich will nicht. Diese Wahl hat sie dann nicht mehr. Diese Freiheit hat sie verloren. Sie muß ihren ehelichen Verpflichtungen nachkommen. Sie kann sich hier nicht mehr zurückziehen. Sie hat nicht die Kontrolle über ihren Körper. Ihr Körper gehört ihr nicht mehr allein sondern auch ihrem Mann.

Eine unverheiratete Person sollte also wissen und bedenken, was es bedeutet, verheiratet zu sein bevor eine Heirat erwogen wird. Eine Person die heiratet verliert also die alleinige Verfügung über den eigenen Körper und muß ihn mit dem Ehepartner teilen. Dies ist also eine wichtige Überlegung die eine Frau und ein Mann zu machen hat.

Und dies wird noch wichtiger, wenn wir dabei beachten, daß es keinen Ausweg aus einer Ehe durch Scheidung gibt. "Und daß der Mann das Weib nicht von sich lasse" (1 Korinther 7,11) und "Bist du an ein Weib gebunden, so suche nicht los zu werden" (1 Korinther 7,27).

Ein Mann oder eine Frau sollte sich also sehr bewußt werden, welche Implikationen eine Heirat mit sich bringen und welche Einschränkungen stattfinden werden. Und darum geht es hier in Paulus Brief. Hat man einmal diesen Schritt getan und hat geheiratet, kommt man daraus nicht mehr heraus. Der Körper gehört einem nicht mehr allein. Man muß seinen ehelichem Verpflichtungen nachkommen.

Wenn man also wegen mangelnder Selbstbeherrschung, weil man sich nicht enthalten kann, heiratet, dann wird man Nachteile im Leben haben. Paulus weist Menschen auf diese Nachteile hin - Menschen die heiraten wollen, die Heirat in Betracht ziehen und Menschen, die nicht heiraten wollen, und schreibt dann (1 Korinther 7,7): "Ich wollte aber lieber, alle Menschen wären, wie ich bin; aber ein jeglicher hat seine eigene Gabe von Gott, der eine so, der andere so." Paulus möchte, daß alle Menschen wie er sind: unverheiratet. Paulus war nicht verheiratet und war also nicht an eine Frau gebunden. Er konnte tun was er wollte; er konnte sich völlig darauf konzentrieren, Gott zu dienen und er brauchte keine Rücksicht auf eheliche Verpflichtungen nehmen und darauf, daß sein Körper ihm nicht allein gehörte. Paulus konnte sich völlig für lange Zeiträume zurückziehen und seine Zeit nur mit dem Herrn verbringen und sich von ihm zeigen lassen, worum es bei diesem neuen Bunde wirklich ging, so daß er dann all dies zu Papier bringen konnte und es für uns erhalten konnte. Paulus verbrachte wahrscheinlich Jahre allein mit Gott und er konnte dies tun, da er nicht diese Verpflichtungen eines Verheirateten hatte. Und dann verbrachte er Jahre gefüllt mit Aktivitäten und Reisen, um diese gute Nachricht der Welt zu bringen. Er konnte tun was er tun wollte weil er nicht verheiratet war. Es ist der bessere Weg im Leben. Aber Menschen sind verschieden. Paulus hatte diese Gabe. Andere Menschen haben diese Gabe nicht, aber sie haben andere Gaben und deshalb kann man ihnen nicht sagen, sie sollen nicht heiraten. Wir müssen diese Entscheidung jedem selbst überlassen. Wir können nur auf die Konsequenzen hinweisen und es dem Einzelnen überlassen, die Wahl zu treffen.

Im ersten Vers sagt Paulus, daß es gut ist für einen Mann nicht zu heiraten. Er spricht von einem Mann, nicht von einer Frau. Aber in Vers 8 wiederholt er nun seinen Rat, aber er beschränkt seinen Rat hier nicht nur auf Männer, er schließt alle Unverheirateten ein (1 Korinther 7,8): "Ich sage zwar den Ledigen und Witwen: Es ist ihnen gut, wenn sie auch bleiben wie ich." Nicht zu heiraten ist also etwas Gutes für uns. Wir sollten hier nicht leichtfertig über diesen Rat hinweggehen, sondern ihn ernsthaft bedenken. Es ist nicht nur ein guter Rat, es ist Gottes Wort und wenn uns die Bibel sagt, daß etwas gut für uns ist, dann sollten wir es als solches akzeptieren und unseren Wunsch zu heiraten von neuem erwägen und uns bewußt werden, daß unserer Wechsel vom Stand eines Ledigen in den Stand eines Verheirateten ein Wechsel von einer guten Situation in eine weniger gute Situation ist. Wir sind sicherlich auch gut beraten, darüber nachzudenken, warum wir glauben, daß es gut ist zu heiraten. Vielleicht ist es dieser Einfluß des Weltlichen der uns glauben macht, daß wenn wir nicht verheiratet sind, wir dann nicht ein volles und erfülltes Leben führen und etwas vermissen. Vielleicht haben wir hier ein Gebiet in unserem Leben wo wir wirklich unser Denken stark erneuern sollten, es gemäß dem Wort Gottes erneuern sollten, und indem wir dies tun, uns eine Menge Probleme ersparen. Zumindest sollten wir den Schluß ziehen, daß die Bibel uns die Richtlinie gibt, lieber unverheiratet zu bleiben als zu heiraten - daß das unverheiratet sein eine Möglichkeit ist und daß diese Möglichkeit sogar die bessere Wahl ist.

Wenn wir es mit jungen Leuten zu tun haben, dann sollten wir entschieden auf diese Auffassung der Bibel über Heiraten hinweisen und jungen Leuten zeigen, daß diese Alternative eindeutig im Worte Gottes enthalten ist. Sie brauchen nicht zu heiraten. Sie können ledig bleiben. Ledig zu bleiben ist der Weg den die Bibel vorzieht. Und wir sollten ihnen die Ansicht der Bibel zeigen: unverheiratet zu sein ist besser als heiratet zu sein und daß diese Auffassung der Bibel gut begründet ist und daß diese Auffassung recht anders ist als die, die die Welt hat. Wenn also jemand Christ wird, dann sollte sich seine weltliche Ansicht bezüglich Heirat ändern zu einer Ansicht wie sie uns die Bibel zeigt. Sein Lebensziel sollte sich auch ändern. Sein Ziel sollte es nicht mehr sein, zu heiraten, sondern ein Lebens zu führen, daß dem Herrn gewidmet ist und ihm dienen und das Leben viel mehr zu genießen, als es die Ungläubigen tun.

Und jetzt kommen wir zu Menschen, denen Paulus empfielt zu heiraten (1 Korinther 7,9): "So sie aber sich nicht mögen enthalten, so laß sie freien; es ist besser freien denn Brunst leiden." Hier wird uns also wieder empfohlen, eine Wahl für das Bessere zu treffen. In diesem Falle ist es besser, zu heiraten. Es ist der Fall einer Person die sich nicht enthalten kann. Sie sollte eher heiraten. Ein Mensch, der seinen Leidenschaften unterliegt, sollte heiraten. Es ist besser für ihn. Und für einen Menschen der dieses Problem nicht hat, ist es besser nicht zu heiraten.

Wenn wir junge Leute bezüglich des Heiraten beraten, sollten wir sie selbst entscheiden lassen, zu welcher Kategorie sie gehören. Sie sollten selbst wissen, ob Selbstkontrolle ein Problem für ist oder nicht. Wenn sie ernsthafte Probleme mit Selbstkontrolle haben, dann sollten sie vielleicht eher eine Ehe in Betracht ziehen, wenn dies aber kein Problem ist, dann können sie den besseren Weg wählen: unverheiratet zu bleiben.

Aber Selbstkontrolle zu erlangen, ist etwas, was jeder Christ sich zum Ziel setzen sollte, und mit Christus Hilfe können wir es erreichen und Überwinder werden. Wir können aber auch nicht jemand verurteilen, der dieses Niveau erfolgreichen Lebens nicht erreicht, und auf ihn herabsehen. Wie Paulus sagt: Jemand hat diese Gabe, jemand anderes hat eine andere. Wir sollten also sehr vorsichtig sein und nicht auf jemanden herabsehen, der glaubt, er hätte keine Selbstkontrolle, und der sich deshalb entscheidet, zu heiraten.

Bevor wir also für den rechten Ehepartner beten, sollten wir herausfinden, was Gott zu dem Thema Heiraten sagt. Ein gutes Gebet sollte ein Gebet sein, das dem Willen Gottes entspricht. Und in diesem Kapitel sieben des ersten Briefes an die Korinther können wir herausfinden, was der Wille Gottes bezüglich Heirat ist. Es ist also unsere Pflicht, zuerst herauszufinden, was Gottes Wille ist, bevor wir für etwas beten, und wir sollten nicht zu eilfertig sein, wenn Menschen zu uns kommen und uns bitten, mit ihnen im Gebet übereinzukommen, daß Gott ihnen den richtigen Ehepartner senden wird oder daß Gott ihnen zeigen wird, ob eine gewisse Person der richtige Partner für sie ist. Sie sollten da eher bitten, daß Gott ihnen zeigt, was die wahre Situation ist. Und sie sollten sich selbst ehrlich erforschen, ob sie wirklich ihre mangelnde Selbstkontrolle nicht überwinden können oder ob es nicht vielleicht nur eine Schwäche ist, die sie eigentlich gar nicht besiegen wollen. Sie sollten auch überprüfen, ob es nicht vielleicht auch nur ein Fall ist, daß sie nicht glauben, sie könnten siegreich über ihre Schwäche sein.

Wenn wir also die Frage betrachten, ob Leute heiraten sollten oder nicht, dann haben wir eigentlich den Fall vor uns, wo wir erst einmal herausfinden müssen, was Gottes Wille ist. Und dies ist uns recht leicht gemacht, denn wir haben eine ins Einzelne gehende Lehre in der Bibel. Unsere erste Pflicht ist es also, das siebente Kapitel im ersten Korintherbrief zu studieren.

Verse 10 bis 16 behandeln Verheiratete und in Vers 17 kommt Paulus zurück zu Grundsätzen die beide, Verheiratete und Unverheiratete, betreffen: "Doch wie einem jeglichen Gott hat ausgeteilt, wie einen jeglichen der Herr berufen hat, also wandle er. Und also schaffe ich's in allen Gemeinden. Ist jemand beschnitten berufen, der halte an der Beschneidung. Ist jemand unbeschnitten berufen, der lasse sich nicht beschneiden. Beschnitten sein ist nichts, und unbeschnitten sein ist nichts, sondern Gottes Gebote halten. Ein jeglicher bleibe in dem Beruf, darin er berufen ist. Bist du als Knecht berufen, sorge dich nicht; doch, kannst du frei werden, so brauche es viel lieber. Denn wer als Knecht berufen ist in dem Herrn, der ist ein Freigelassener des Herrn; desgleichen, wer als Freier berufen ist, der ist ein Knecht Christi. Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht der Menschen Knechte. Ein jeglicher, liebe Brüder, worin er berufen ist, darin bleibe er bei Gott." Dieses sind die Verse 17 bis 24 in 1 Korinther 7.

Wenn jemand Christ wird und er ist unverheiratet, dann sollte er unverheiratet bleiben. Paulus wiederholt dieses etliche male in diesen Versen: Eine Person sollte in der Situation verbleiben, in der er sich befand, als Gott ihn rief.

Und Paulus sagt, daß wenn ein Sklave seine Freiheit erlangen kann, dann sollte er es tun. Und er sagt, daß wir nicht der Menschen Sklaven werden sollen. Wir sollen frei sein. Und Heirat macht uns nicht frei, es macht uns nicht freier, es macht uns unfreier. Wenn Paulus im Anfang dieses Kapitels sieben von der Tatsache sprach, daß der Körper eines Ehemannes ihm nicht mehr allein gehört und daß er deshalb weniger Freiheit hat als er vor der Heirat hatte, dann wiederholt er dies hier dadurch, daß er uns sagt und uns aufträgt, mehr Freiheit zu erlangen - und nicht weniger. Wenn ich heirate, dann werde ich zu einem Sklaven von Menschen, da mein Leib nicht mehr nur mir gehört, sondern auch meinem Ehegatten. Ich werde zu einem Sklaven, wenn ich heirate. Wir haben hier also eine Gebot, in der Situation zu bleiben, in der wir uns befanden, als wir Christen wurden.

Und es scheint, daß dieses Gebot von den Christen die wir aus der Bibel kennen, befolgt wurde, denn dort finden wir keinen Bericht, daß ein Christ heiratete. Wir wissen von Christen, die verheiratet waren. Petrus der Apostel war verheiratet. Dies wissen wir, da er eine Schwiegermutter hatte, die von Jesus geheilt wurde. Und wir kennen das verheiratete Paar Aquila und Priscilla. Aber diese beiden Ehepaare heirateten bevor sie Christen wurden, bevor des Ereignisses auf Golgatha im Falle des Petrus und bevor ihrer Bekehrung im Falle von Aquila und Priscilla. Es gibt jedenfalls keinerlei Hinweise in der Bibel, daß diese beiden Ehepaare heiratete, nachdem sie Christen wurden. Dieses trifft auch auf das dritte Ehepaar zu, auf Ananias und Saphira. Es gibt also keinen Bericht in der Bibel, daß Christen heirateten. Sie beachteten die Lehren der Apostel und taten, was gut für sie war.

Die Bibel rät also, so zu verbleiben, wie wir sind, und dies trifft auch für den Stand des unverheiratet seins zu. Wir ersehen dies aus den nächsten Versen (1 Korinther 7,25-28): "Von den Jungfrauen aber habe ich kein Gebot des Herrn; ich sage aber meine Meinung, als der ich Barmherzigkeit erlangt habe vom Herrn, treu zu sein. So meine ich nun, solches sei gut um der gegenwärtigen Not willen, es sei dem Menschen gut, also zu sein. Bist du an ein Weib gebunden, so suche nicht los zu werden; bist du los vom Weibe, so suche kein Weib. So du aber freist, sündigst du nicht; und so eine Jungfrau freit, sündigt sie nicht." Hier wird es klar ausgesprochen: Sieh dich nicht nach einem Ehepartner um, wenn du unverheiratet bist. Hier haben wir den Willen Gottes für jemanden, der Gottes Willen wissen will, da er in der richtigen Richtung beten will und nur für etwas beten will, was auch Gott für ihn will.

Es wird aber auch betont, daß es keine Sünde ist, zu heiraten. Wir sollten also niemals das Heiraten verbieten. Eine Person die heiratet, sündigt nicht. Wir empfehlen einfach den besseren Weg. Und warum ist er besser? Die Antwort liegt im zweiten Teil des Verses 28: "Doch werden solche leibliche Trübsal haben; ich verschonte euch aber gern." Das Leben als Verheirateter bedeutet Probleme. Es heißt, leibliche Trübsal haben. Wenn jemand heiratet, dann bedeutet dies, Probleme zu haben, und die Bibel will uns dies ersparen. Die Bibel will, daß wir ein besseres Leben haben, als ein verheiratetes Leben. Die Bibel gibt uns hier guten Rat und wir sollten ihn nicht verachten.

Wir wollen weiter lesen: "Das sage ich aber, liebe Brüder: Die Zeit ist kurz. Weiter ist das die Meinung: Die da Weiber haben, daß sie seien, als hätten sie keine; und die da weinten, als weinten sie nicht; und die sich freuen, als freuten sie sich nicht; und die da kaufen, als besäßen sie es nicht; und die diese Welt gebrauchen, daß sie dieselbe nicht mißbrauchen. Denn das Wesen dieser Welt vergeht. Ich wollte aber, daß ihr ohne Sorge wäret. Wer ledig ist, der sorgt, was dem Herrn angehört, wie er dem Herrn gefalle; wer aber freit, der sorgt, was der Welt angehört, wie er dem Weibe gefalle. Es ist ein Unterschied zwischen einem Weibe und einer Jungfrau: welche nicht freit, die sorgt, was dem Herrn angehört, daß sie heilig sei am Leib und auch am Geist; die aber freit, die sorgt, was der Welt angehört, wie sie dem Manne gefalle. Solches aber sage ich zu eurem Nutzen; nicht, daß ich euch einen Strick um den Hals werfe, sondern dazu, daß es fein zugehe und ihr stets ungehindert dem Herrn dienen könntet." Dieses sind die Verse 29 bis 35 vom siebenten Kapitel des ersten Korintherbriefes.

Paulus spricht hier von der Tatsache, daß die Zeit kurz ist. Unser Leben ist nicht lang. Wir müssen entscheiden, ob wir wirklich ein Leben mit dem Herrn leben wollen, oder ob wir geteilter Aufmerksamkeit sein wollen und ein teilweise weltliches Leben führen wollen. Es ist der Aufruf, ein uneingeschränktes Leben für die Dinge Gottes zu leben. Wir sollten die weltlichen Dinge beiseite legen. Wir sollten nur die weltlichen Dinge tun, die notwendig sind, und nicht mehr. Und unser wirkliches Ziel im Leben sollte sein, daß wir stets ungehindert dem Herrn dienen können.

Wenn wir verheiratet sind, dann sollten wir leben als ob wir es nicht sind. Wir sollten nicht trauern. Wenn wir jemand zu betrauern haben, dann sollten wir nicht wirklich trauern. Wenn etwas passiert, daß glücklich macht, dann sollten wir nicht Nachdruck darauf legen. Wir sollten daraus herauskommen, wie die Welt zu leben. Unser Interesse sollte auf Sein Reich gerichtet sein und nicht auf diese Welt - diese vergängliche Welt - die vorübergehen wird. Ein Christ sollte mehr und mehr aus den Dingen dieser Welt herauskommen. Er sollte alle seine Bindungen zu ihr lösen. Die Dinge der Welt sollten ihn nicht interessieren.

Er sollte frei sein von der Sorgen der Welt. Und deshalb ist die erste Sorge dieser Welt, die hier erwähnt ist, Heirat. Er sollte von dieser Sorge befreit sein, denn es ist eine Sorge, die recht viel Raum im Leben eines Menschen einnimmt: eine verheiratete Person ist besorgt um viele Dinge - er sorgt was der Welt angehört.

"So aber jemand sich läßt dünken, es wolle sich nicht schicken mit seiner Jungfrau, weil sie eben wohl mannbar ist, und es will nichts anders sein, so tue er, was er will; er sündigt nicht, er lasse sie freien. Wenn einer aber sich fest vornimmt, weil er ungezwungen ist und seinen freien Willen hat, und beschließt solches in seinem Herzen, seine Jungfrau also bleiben zu lassen, der tut wohl. Demnach, welcher verheiratet, der tut wohl; welcher aber nicht verheiratet, der tut besser." Dieses sind die Verse 36 bis 38 in 1 Korinther 7 und hier wird wieder gezeigt, daß die Entscheidung bei uns liegt. Wir können selbst entscheiden. Wenn wir entscheiden, zu heiraten, sündigen wir nicht. Es ist hier wiederholt.

Es ist aber auch hier wiederholt, was besser ist. Das Wort "besser" wird hier wieder benutzt. Als Beispiel benutzt hier Paulus den Fall, wo ein Mann versprochen ist, und er nun den Rat liest den die Bibel gibt bezüglich Heirat und er nun zum Schluß kommt, daß es besser für ihn ist nicht zu heiraten ungeachtet der Tatsache, daß bereits eine Zusage besteht, und er entscheidet, nicht zu ehelichen. Solch ein Mann tut besser. Sogar in einem solchen Fall, wo eine Verlobung bereits stattgefunden hat, ist es besser, sie nicht weiterzuverfolgen.

Auch hier wird der Umstand der Selbstkontrolle wiederholt: ungezwungen zu sein und freien Willen zu haben. In 1 Korinther 7,9 wurde gesagt, so sie aber sich nicht mögen enthalten, so laß sie freien, oder mit anderen Worten, daß Heirat nur für Leute ist, die sich enthalten können, und hier wird dies in anderen Worten ausgedrückt: aber seinen freien Willen hat.

Zuvor ist aber noch etwas anderes geschrieben: "Wenn einer aber sich fest vornimmt, weil er ungezwungen ist." Dies weist darauf hin, daß die ganze Frage eine Sache des Überdenkens ist, eine Angelegenheit der Erneuerung des Denkens, eines Vorganges, der Zeit beansprucht, eines Vorganges der Klärung, und Klärung wieder bedeutet, daß wir uns über diese Dinge Gedanken machen müssen. Ein Anfang dieses Vorganges wird aber gemacht, wenn wir zum Worte Gottes gehen und das studieren, was es zu dieser Angelegenheit zu sagen hat.

Eine eingehende Betrachtung von 1 Korinther 7 ist also eine Voraussetzung für jeden, der den Willen Gottes bezüglich heiraten wissen will. Als erstes sollte er wissen, daß es zu diesem Thema Informationen in der Bibel gibt, sogar ein ganzes Kapitel mit vielen Einzelheiten. Dann hat er sich damit zu beschäftigen - es zu lesen. Und dann muß er hierzu immer wieder zurückkehren, um den verschiedenen Aspekte des ganzen Themas gerecht zu werden. Immer wieder muß er seine verschiedenen Denkrichtungen überprüfen an Hand der so ins Einzelne gehenden Richtlinien Gottes Wortes. Und natürlich muß er auch eine grundsätzliche Entscheidung in seinem Leben treffen, ob er wirklich Gottes Wort zu seiner endgültigen Richtschnur für sein Leben machen will oder ob er das Wort Gottes nur dann nutzen will, wenn es ihm paßt und wenn es ihm gefällt. Eine Person wird also nur dann den Punkt in ihrem Leben erreichen, wo sie anfängt ein besseres Leben zu haben, wenn sie jede Entscheidung die sie in ihrem Leben zu machen hat darauf überprüft, ob sie Gottes Willen entspricht - wenn sie erst einmal entsprechende Situationen in der Bibel erforscht. Die Einstellung, erst einmal jede Meinung und jede Tat mit ihrer Verträglichkeit mit dem Worte Gottes zu vergleichen, ist es, was aus einem Christen einen Überwinder machen wird. Jede Handlung die wir tun und jede Ansicht die wir äußern wird von anderen beobachtet werden und unser Zeugnis wird durch alles Weltliche geschwächt werden und somit durch alles was nicht unter der Führung des Herrn getan und gesprochen wird. Die Dinge die wir tun die nicht getan sind unter der Führung von Jesu können von Beobachtern als unwürdig getadelt werden und ein Makel wird dadurch auf Seine Nachfolger und auf Seine Familie geworfen.

Wir sollten also alles unter seiner Führung tun und es sollte alles seinem Willen entsprechen. Und Sein Wille ist in der Bibel. Und sie müssen wir erforschen.

Wir wollen uns also die letzten zwei Verse des siebenten Kapitels des ersten Briefes des Paulus an die Korinther ansehen: "Ein Weib ist gebunden durch das Gesetz, solange ihr Mann lebt; so aber ihr Mann entschläft, ist sie frei, zu heiraten, wen sie will, nur, daß es im Herrn geschehe. Seliger ist sie aber, wo sie also bleibt, nach meiner Meinung. Ich halte aber dafür, ich habe auch den Geist Gottes."

Hier haben wir ein Gebot wen wir heiraten können: er muß zum Herrn gehören. Wir können nicht jemanden heiraten der nicht ein Christ ist. Und wenn ich von einem Christen hier spreche, dann meine ich einen wahren Christen, nicht jemanden den die Welt als Christen ansieht und dabei jemanden meint, der nicht ein Moslem oder der nicht ein Hindu oder der nicht ein Anhänger der jüdischen Religion ist. Nein, er muß zum Herrn gehören. Er muß ein wahrer Jünger von Jesus sein.

Dieses Gebot stimmt überein mit einer anderen Bibelstelle die wir in 2 Korinther 6,14 finden. Dort heißt es: "Ziehet nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen." Warum sollten wir nicht am gleichen Joch mit Ungläubigen ziehen? Die Gründe hierfür werden uns in den folgenden Sätzen gegeben:

Denn was hat die Gerechtigkeit zu schaffen mit der Ungerechtigkeit? Was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? Wie stimmt Christus mit Belial? Oder was für ein Teil hat der Gläubige mit dem Ungläubigen? Was hat der Tempel Gottes für Gleichheit mit den Götzen? Ihr aber seid der Tempel des lebendigen Gottes; wie denn Gott spricht: "Ich will unter ihnen wohnen und unter ihnen wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein. Darum gehet aus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr, und rührt kein Unreines an, so will ich euch annehmen und euer Vater sein, und ihr sollt meine Söhne und Töchter sein, spricht der allmächtige Herr." Dieweil wir nun solche Verheißungen haben, meine Liebsten, so lasset uns von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes uns reinigen und fortfahren mit der Heiligung in der Furcht Gottes.

Wir können also nicht Ungläubige heiraten. Es ist völlig ausgeschlossen. Wir können nur jemand heiraten der zum Herrn gehört. Aber im letzten Vers, in 1 Korinther 7,40 - kommt Paulus wieder auf die eine Sache zurück, die er so oft hier schon angeführt hat: die bessere Wahl ist so zu bleiben, wie man ist - unverheiratet. Wenn die Frau, deren Mann gestorben ist, unverheiratet bleibt, dann wird sie seliger sein wenn sie bleibt wie sie ist.

Die Bibel benutzt in diesem Fall sogar das Wort "selig." Wenn also jemand selig sein will - glücklich sein will - dann wird hier der Weg dazu aufgezeigt. Der Weg zu wahrem Glück ist ein Leben mit Jesus - unserer ersten Liebe. Nichts ist hiermit zu vergleichen. Nur eine Person die wirklich ein enges Verhältnis mit Jesus entwickelt hat und die die Anwesenheit Gottes in ihrem Leben praktiziert, wird wahres Glück finden und haben. Dieses ist also die Richtung die wir einzuschlagen haben: es aufzugeben ans Heiraten zu denken und es anzustreben, nahe an Jesus zu sein. Ein Leben anzustreben, das völlig vom Herrn geleitet ist - in dem Jesus der Kern unseres Denkens wird.

 

 

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