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Dieses ist das 15. Kapitel von "Die Imitationskirche."

 

15. Welche Familie?

Frank L. Preuss

 

Als Jesus zwölf Jahre alt war, sagte er zu seinen Eltern: "Was ist's, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, das meines Vaters ist?" Seine Eltern hatten Jesus gesucht und Jesus war im Tempel, wo er mitten unter den Lehrern saß, ihnen zuhörte und sie fragte. Und alle, die ihm zuhörten, verwunderten sich seines Verstandes und seiner Antworten. Und da seine Eltern ihn sahen, entsetzten sie sich und seine Mutter wollte, wissen was los ist und spricht dabei von Jesus irdischen Eltern und Jesus antwortet und spricht von seinem himmlischen Vater. Und sie verstanden das Wort nicht, das er mit ihnen redete. (Lukas 2,41-52).

Jesus Mutter sprach zu ihrem irdischen Sohn über Jesus irdische Eltern. Aber in seiner Anwort spricht Jesus zu seinem irdischen Vater und zu seiner irdischen Mutter - seinen Eltern - nicht über seine irdischen Eltern sondern über seinen himmlischen Vater. Sie sprachen über ganz verschiedene Dinge. Und dann sagt die Bibel: Und sie verstanden das Wort nicht, das er mit ihnen redete.

Es gab also Verständigungsschwierigkeiten - Schwierigkeiten Familienangelegenheiten zu verstehen. Und das Thema das wir uns hier ansehen wollen, sind diese Familienangelegenheiten: unsere Stellung in unserer Familie zu verstehen.

Wir wollen verstehen, was Jesus uns sagt. Wir wollen verstehen, was der Unterschied ist zwischen dem irdischen Vater und der irdischen Mutter einerseits, und unserem himmlischen Vater andererseits.

Wir wollen den Unterschied zwischen unserer irdischen Familie und unsere himmlischen Familie verstehen - den Unterschied zwischen der Familie in die wir hinein geboren wurden als wir auf diese Welt kamen und der Familie Gottes von der wir kamen und zu der wir auch wieder gehen werden und an welche wir uns erinnerten als wir wiedergeboren wurden - als wir geistig lebendig wurden.

Die Familie Gottes besteht aus Gott und seinen Kindern. Uns ist die Macht gegeben worden, Kinder Gottes zu werden - Kinder welche nicht von dem Geblüt noch von dem Willen des Fleisches noch von dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind - als wir Jesus aufnahmen, als wir an seinen Namen glaubten (Johannes 1,12-13).

Wenn wir aus Gott geboren sind, dann gehören wir zu einer neuen Familie - unser Verhältnis hat sich geändert. Unsere Schwestern und Brüder sind jetzt die Frauen und Männer die wie wir im Geiste neugeboren wurden. Unsere Verwandten sind jetzt all die anderen Kinder Gottes. Wir - die Kinder Gottes - sind diejenigen, die wiedergeboren wurden. Von neuem geboren zu sein ist die Voraussetzung, um das Reich Gottes sehen zu können (Johannes 3,3).

Bevor wir von neuem geboren wurden, wurden wir in eine Familie hinein geboren. Wir wurden von dem Geblüt, von dem Willen des Fleisches, von dem Willen eines Mannes, geboren. Wir hatten natürliche Eltern, natürliche Schwestern und Brüder und natürliche Verwandte. Wir haben vielleicht auch natürliche Ehemänner und natürliche Ehefrauen. Aber dann fand diese Änderung in unserem Leben statt und wir machten Jesus Christus zu unserem Herrn und erhielten eine neue Familie. Diejenigen die auch Gotteskinder sind, sind jetzt unsere Brüder und Schwestern und Mütter. Als man Jesus sagte, daß seine Mutter und seine Brüder draußen stehen und mit ihm reden wollen, antwortete er und sprach zu dem, der es ihm ansagte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder? Und er reckte die Hand aus über seine Jünger und sprach: Siehe da, das ist meine Mutter und meine Brüder! Denn wer den Willen tut meines Vaters im Himmel, der ist mein Bruder, Schwester und Mutter. (Matthäus 12,46-50).

In Lukas 8,19-21 haben wir eine Parallelstelle dieses Ereignisses. Dort sagt Jesus, "Meine Mutter und meine Brüder sind diese, die Gottes Wort hören und tun."

Wenn wir also den Willen des Vaters im Himmel tun (Matthäus Bericht), dann hören wir Gottes Wort und praktizieren es: tun es (Lukas Bericht).

Auch in Matthäus 7,21 sagt Jesus, daß diejenigen ins Himmelreich kommen, die den Willen seines Vaters im Himmel tun - und nicht alle, die zu ihm sagen: Herr, Herr! Wenn jemand sagt, er sein ein Christ, aber nicht tut was Jesus sagt, so ist er nicht unser Bruder; und wenn eine andere Person sagt, er sein ein Moslim oder ein Buddhist, oder was auch immer, und er tut was Jesus sagt, dann ist eine solche Person unser Bruder. Das Etikett ist nicht das Entscheidende, nur der Inhalt. Was eine Person tut ist wichtig - nicht Worte die nur religiös gesprochen werden, aber denen die Tat nicht folgt.

Wenn also ein "Missionar" auf die andere Seite der Welt geht und dort einen Menschen findet, der bereits ein guter Mensch ist - der schon das tut, was Gottes Wort sagt - und diesen Menschen, der eigentlich schon ein Sohn Gottes ist, "bekehrt" - ihn zu einem Mitglied seiner Konfession oder Sekte macht - und ihm somit lehrt ein Spalter zu sein und ihm auch all die anderen weltlichen Dinge seiner Konfession lehrt, dann macht er aus diesem guten Menschen einen Sohn der Hölle.

Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr Land und Wasser umziehet, daß ihr einen Judengenossen macht; und wenn er's geworden ist, macht ihr aus ihm ein Kind der Hölle, zwiefältig mehr denn ihr seid! (Matthäus 23,15).

Die Merkmale unserer neuen Familienmitglieder sind neue. Die Mitglieder unserer Familie sind nicht mehr die Mitglieder unserer natürlichen Familie, sondern es sind die, die Gottes Wort praktizieren.

Wenn also Mitglieder unserer natürlichen Familie das tun, was Gottes Wort sagt, dann sind sie Mitglieder unserer Familie. Und wenn Mitglieder unserer natürlichen Familie nicht das tun, was Gottes Wort sagt, was sind sie dann? Sind sie dann Mitglieder Gottes Familie?

Wenn die Mutter von Jesus und seine Brüder nicht Gottes Wort praktizieren, was sind sie dann? Sind sie dann noch Mitglieder seiner Familie?

Jesus kam, um Gottes Willen und damit, um Gottes Wort, den Menschen zu bringen, und die Jünger waren diejenigen, die Gottes Wort hörten und die es praktizieren wollten. Dies war der Grund warum sie mit Jesus waren. Aber dies war nicht der Grund warum Jesus Mutter und Brüder ihn aufsuchten. Ihr Grund war ein ganz anderer. In Markus 3,31-35 haben wir einen dritten Bericht über diesen Besuch von Jesus Verwandten und in diesem Kapitel 3 finden wir in Versen 20 bis 30 den Hintergrund warum sie ihn aufsuchten.

Wir wollen uns Markus 3,20-22 ansehen:

Und sie kamen nach Hause, und da kam abermals das Volk zusammen, also daß sie nicht Raum hatten, zu essen. Und da es die Seinen hörten, gingen sie aus und wollten ihn halten; denn sie sprachen: Er ist von Sinnen. Die Schriftgelehrten aber, die von Jerusalem herabgekommen waren, sprachen: Er hat den Beelzebub, und durch den obersten Teufel treibt er die Teufel aus.

Da war ein solcher Ansturm von Menschen zu Jesus hin, daß man in Israel besorgt darüber wurde und versuchte, etwas zu tun - ihm Einhalt zu gebieten. Die Schriftgelehrten, die von Jerusalem kamen, sagten, "Er hat den Beelzebub, und durch den obersten Teufel treibt er die Teufel aus."

Diese Schriftgelehrten waren nun nicht einfach Theologen, die einer von mehreren bestehenden Konfessionen angehörten. Diese Schriftgelehrten hatten einen recht hohen Stand in der Gesellschaft; sie gehörten zur herrschenden Klasse. Und nicht nur zur herrschenden Klasse bezüglich religiöser Angelegenheiten, sondern zur herrschenden Klasse aller Angelegenheiten. Die religiösen Führer waren auch die politischen Führer; der Hohe Priester war auch der politische Führer von Israel; seine Autorität kam von den Römern, die zu dieser Zeit über Israel herrschten. Und die Schriftgelehrten waren wahrscheinlich von Jerusalem gesandt worden, um diese Berichte, die aus Galiläa kamen, zu überprüfen und ihre geistige Bedeutung zu bewerten.

Und ihre geistige Bewertung der Situation war negativ: Da war nicht ein neuer Prophet in Galiäa tätig, sondern eine Person, die den Beelzebub hat. Es war eigentlich eine Entscheidung die von ganz oben kam. Die Spezialisten hatten auf Grund von einer Anordnung von höchster Stelle eine Untersuchung durchgeführt und waren zu einer Tatsachenfeststellung gekommen.

Und dieses Untersuchungsergebnis wurde bekanntgegeben: "Er hat den Beelzebub, und durch den obersten Teufel treibt er die Teufel aus." Es existierte also eine offizielle Stellungnahme über Jesus und diese war völlig negativ. Der Staat hatte festgestellt, daß er den Beelzebub hat. Heutzutage würde dies bedeuten, daß die Person geistig nicht in Ordnung ist. Aber in dem damaligen Religionsstaat bedeutete es, daß er ein Feind Gottes war und damit ein Feind des Staates. Und dieses wiederum bedeutete, daß er ein Feind der Bevölkerung war.

Wir müssen uns eines solchen Hintergrundes bewußt sein. Jesus Familie sah sich mit einem mal einer Situation gegenüber, in der eins ihrer Mitglieder als höchst unerwünschte Person betrachtet wurde, als Person die - in der Meinung der höchsten Amtsgewalt - gegen Gott war. Und bereits bevor diese Entscheidung bekanntgeworden war, hörten sie von dem Ansturm auf Jesus, daß da das Volk abermals zusammenkam, also daß sie nicht Raum hatten, zu essen. Und da es die Seinen hörten, gingen sie aus und wollten ihn halten; denn sie sprachen: Er ist von Sinnen. Und dann wurde diese Tatsachenfeststellung der höchsten Autorität bekannt. Sie meinten deshalb also, daß ihre Absicht, auszugehen um ihn zu halten, von der Bekanntmachung was die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren, sprachen, unterstützt wurde.

Wir müssen uns diese Situation vorstellen - die Situation des ersten Kommens des Christus - denn Christen werden bei seinem zweiten Kommen recht ähnlichen Situationen gegenüberstehen. Familienmitglieder - Mitglieder der natürlichen Familie - werden sich gegen sie wenden und sie hassen, und Familien werden gespalten sein. Christen werden sogar von ihren eigenen Familienmitgliedern verraten werden. Da wird Druck ausgeübt werden auf Menschen - auf das Denken von Menschen - und die öffentliche Meinung wird sehr einflußreich sein und Menschen werden davon abhängig sein, was andere über sie denken.

Auch Jesus Familie unterstützte also seine Arbeit nicht, im Gegenteil, sie befanden sich eigentlich in Übereinstimmung mit den Schriftgelehrten. Die Schriftgelehrten beschuldigten Jesus besessen zu sein und seine Familie beschuldigte ihn, von Sinnen zu sein - verrückt zu sein.

Da gab es einen ziemlichen Andrang in dem Haus wo Jesus war; sie waren so beschäftigt, daß sie keine Zeit fanden, zu essen. Und was war die Reaktion der Familie? "Er ist von Sinnen," sagten sie. Und sie gingen zu Jesus - nicht um Gottes Wort zu hören und um es zu praktizieren - sondern um ihn zu halten.

Und als Jesus ihre Ankunft erfuhr, sah er rings um sich auf die Jünger, die im Kreise saßen, und sprach: Siehe, das ist meine Mutter und meine Brüder! Denn wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter. (Markus 3,34-35).

Die engsten Mitglieder einer Familie sind der Vater, die Mutter, die Töchter und die Söhne. Jesus erwähnt hier die Söhne, die Töchter und die Mutter. Er erwähnt nicht den Vater. Warum erwähnt er nicht den Vater? Weil er von der geistigen Familie spricht - der himmlischen Familie. Und er spricht von den Teilen der geistigen Familie die physisch anwesend sind. Und er spricht bewußt nicht von dem Vater - zumindest nicht in diesem Teil des Satzes - denn er sprach vom Vater bereits im ersten Teil des Satzes. Er spricht also eigentlich von allen Vieren: Denn wer den Willen tut meines Vaters im Himmel, der ist mein Bruder, Schwester und Mutter. (Matthäus 12,50). Hier haben wir also die ganze Familie: Vater, Mutter, Bruder und Schwester. Die ganze himmlische Familie. Der Vater, der im Himmel ist, und der geistige Bruder, die geistige Schwester, und die geistige Mutter. Alle diese tun den Willen des Vaters im Himmel. Jesus geistige Mutter - und deshalb auch unsere geistige Mutter - sind die Gläubigen um uns herum.

Vielleicht um uns irrezuführen über unsere wirkliche Mutter - unsere geistige Mutter - wurde von einer Konfession der Kult um Jesus natürliche Mutter eingeführt. Indem sie ihre "Laien" damit beschäftigen, hofften sie, diese "Laien" würden niemals herausfinden, wer ihre wirkliche Mutter ist.

Es ist eigentlich eine recht beachtenswerte Erklärung die Jesus hier abgibt, wenn er sagt, daß seine Jünger sein Bruder, Schwester und Mutter sind. Wir haben uns vielleicht gewundert, warum Jesus so oft von seinem himmlischen Vater spricht, aber niemals von seiner himmlischen Mutter. Und hier tut er es plötzlich. Er spricht von seiner geistigen Mutter. Und er tut es auf eine Art, daß es kaum bemerkt wird. Denn dadurch, daß die Bibel von Jesus natürlicher Mutter und von seinen natürlichen Brüdern spricht, die ihn aufsuchen, und Jesus dann über dieses Thema spricht, ist es uns ein Leichtes zu übersehen, daß Jesus uns eigentlich mitteilt, wer seine geistige Mutter ist. In diesen Bibelstellen, Matthäus 12,49-50, Markus 3,34-35 und Lukas 8,21 erklärt uns also Jesus wer seine geistige Mutter ist. Uns ist sehr viel bekannt, wer sein geistiger Vater ist. Die ganze Bibel ist angefüllt mit Einzelheiten über seinen himmlischen Vater. Aber hier finden wir Information, wer seine himmlische Mutter ist. Jesus Mutter sind diejenigen, die Gottes Wort hören und tun. Wir Nachfolger von Jesus sind seine Mutter. Die Gemeinde ist Jesus Mutter.

Hier haben wir also einen weiteren Gesichtspunkt des großen Geheimnisses der Kirche wie sie von Paulus aufgezeigt wird: Das Geheimnis ist groß; ich sage aber von Christo und der Gemeinde (Epheser 5,32).

Und wenn wir Jesus Mutter sind, dann können wir auch Kinder haben. Und diese unsere Nachkommen sind nicht natürliche Kinder sondern geistige Kinder. Und sogar das Alte Testament handelt schon von diesem Geheimnis. Sogar das Alte Testament spricht von einem Weg der besser ist als natürliche Kinder zu haben: geistige Kinder zu haben. Falls Sie keine natürlichen Kinder haben oder falls Sie nicht verheiratet sind, dann lesen Sie Jesaja Kapitel 54 und Kapitel 56. Jesaja 54,1 wird im Neuen Testament zitiert: in Galater 4,27 heißt es: Denn es steht geschrieben: "Sei fröhlich, du Unfruchtbare, die du nicht gebierst! Und brich hervor und rufe, die du nicht schwanger bist! Denn die Einsame hat viel mehr Kinder, denn die den Mann hat." In Jesaja 56,5 steht: "Ich will ihnen in meinem Hause und in meinen Mauern einen Ort und einen Namen geben, besser denn Söhne und Töchter; einen ewigen Namen will ich ihnen geben, der nicht vergehen soll." Diese geistige Mutter hat also viel mehr Kinder und dieses wird besser für sie sein, als natürliche Söhne und Töchter zu haben.

Wir wollen uns ein Beispiel ansehen, wie ein Christ die Mutter von Jesus sein kann. In Römer 16,13 lesen wir, "Grüßet Rufus, den Auserwählten in dem Herrn, und seine und meine Mutter." Rufus Mutter war also eine Mutter für Paulus. Sie diente Paulus und was sie für einen der Brüder von Jesus tat, das tat sie für Jesus. "Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan." (Matthäus 25,40). Und da Rufus Mutter, seine natürliche Mutter, eine Mutter für Paulus war, eine geistige Mutter, war sie auch eine Mutter des Herrn Jesu, denn was sie für Paulus tat, das hat sie auch für Jesus getan.

Wir wollen zurückkehren zu Jesus natürlicher Mutter. Jesus sagt, daß seine natürliche Mutter nicht seine Mutter ist. Jesus sagt, daß eine Person die Gottes Willen tut seine Mutter ist. Seine natürliche Mutter tat nicht Gottes Willen. Sie war damit beschäftigt, sich den Dingen Gottes entgegenzustellen. Sie war damit beschäftigt, den Sohn Gottes anzuhalten den Leuten Erlösung zu bringen - sie wollte ihn halten; denn sie dachte, daß er von Sinnen sei.

Und dieses sind die Situationen die uns begegnen werden. Unsere natürliche Familie sieht, was in unserem Leben passiert - die mächtigen Dinge die Gott in uns und um uns tut, - und anstatt dadurch zu Gott hingezogen zu sein, reagieren sie gewalttätig gegen uns - sie wollen uns halten - sie meinen wir seien von Sinnen.

Wir aber sollten vorsichtig sein und uns dabei richtig verhalten. Oft ist es besser wenn Menschen eine negative Reaktion zeigen zu unserer neuen Art zu leben als überhaupt nicht zu reagieren. Wenn unsere Familie negative reagiert sollten wir sie nicht aufgeben. Wir wollen uns Jesus Mutter und seine Brüder ansehen.

Jesus Mutter war in einer großen Art und Weise von Gott berührt worden und hatte mit viel Glauben reagiert als Gottes Engel ihr mitteilte, daß sie den Christus gebären sollte - den Sohn des Höchsten. Dann erlebte sie wie das, was ihr prophezeit worden war, tatsächlich geschah, und viele übernatürliche Geschehnisse danach.

Und jetzt widersetzte sie sich ihrem Sohn - sie meinte er sein von Sinnen. Sie wollte ihn halten. Wenn solche Dinge in unserer natürlichen Familie geschehen sollten wir nicht aufgeben und uns darüber aufregen. Wir sollten eher uns daran erinnern wie das Leben der Mutter Jesu verlief. Als der Tag der Pfingsten erfüllt war, waren sie alle einmütig beieinander. Alle - einschließlich der Mutter Jesu. Sie war sogar am Kreuz als die meisten der Jünger Jesu ihn verlassen hatten.

Und Jesus Brüder waren mit der Mutter. Sie wollten ihn auch halten, sie waren auch gegen ihn. In Johannes 7,2-9 finden wir weitere Informationen über Jesus Brüder und ihre Einstellung ihm gegenüber: "Denn auch seine Brüder glaubten nicht an ihn" (Johannes 7,5). Aber nach seiner Auferstehung waren sie seine Nachfolger: "Diese alle waren stets beieinander einmütig mit Beten und Flehen samt den Weibern und Maria, der Mutter Jesus, und seinen Brüdern" (Apostelgeschichte 1,14). Sie gehörten von Anfang an zu der Gemeinde Gottes. Als der Tag der Pfingsten erfüllt war, waren sie alle einmütig beieinander. Und Jakobus, einer der Brüder von Jesus, war deshalb auch dort. Dieser Jakobus scheint ein geistiger Führer in der Urgemeinde gewesen zu sein, Paulus sagt in Galater 1,19, daß er Jakobus sah, des Herrn Bruder, als er nach Jerusalem kam. Und dieser Jakobus wird als der Verfasser des Briefes des Jakobus angesehen. Sein Bruder Judas als der Autor des Briefes des Judas.

Und wir mögen uns sogar selber in unserem Wandeln mit Gott in einem Stadium befinden, in dem wir uns gegen den Weg Gottes wenden und zu anderen Christen gehen, um sie zurechtzuweisen, weil wir denken, daß das, was sie tun, ganz bestimmt nicht von Gott ist.

Wir müssen also bescheiden bleiben, wenn wir Kontakt mit der Familie Gottes pflegen, und wir müssen im Glauben wandeln, wenn wir es mit den Mitgliedern unserer Familie zu tun haben - mit unsere natürlichen Familie.

Aber zu dem damaligen Zeitpunkt sagt Jesus, daß seine Natürliche Familie nicht seine Mutter ist. Sie war nicht seine Mutter weil sie nicht den Willen des Vaters tat.

Mitglieder unsere natürlichen Familie, die nicht den Willen Gottes tun, sind nicht unsere Verwandten. Wir behandeln sie genauso wie wir andere Leute um uns herum behandeln die wir kennen und mit denen wir Kontakt haben: wir bekennen und leben ein göttliches Leben vor ihnen, aber wir leben separat von ihnen.

Es gibt aber spezielle Umstände und Gottes Wort behandelt sie.

Wir müssen immer unsere Eltern ehren (Matthäus 19,19, Markus 10:19 und Lukas 18,20) und dieses Gebot entfällt nicht, wenn wir geistig erweckt werden und unsere Eltern bleiben weltlich. Das Gebot Vater und Mutter zu ehren ist unabhängig von solcher Situation.

Jesus gibt uns ein Beispiel, wie wir unsere Eltern zu Ehren haben. Er sagt, daß es falsch ist, etwas was eigentlich zum Nutzen der Eltern ist ihnen nicht zu geben mit der Ausrede, daß es für Gott bestimmt sei (Matthäus 15,3-6, Markus 7,9-13). Wir sollten also unseren Eltern helfen und nicht die Ausflucht benutzen, daß die Gabe für religiöse Zwecke vorgesehen ist.

Eine andere Art, die Eltern unehrenhaft zu behandeln, ist es, der Witwe ihr Haus zu fressen (Matthäus 23,14). Wenn Kindern ihrer verwitweten Mutter hart zusetzen und sie unter Druck setzen, ihnen ihr Hab und Gut zu geben, dann tun sie genau das Gegenteil von dem, was ihnen als Gebot gegeben ist - sie ehren nicht ihre Mutter.

Ein anderer besonderer Umstand ist gegeben, wenn ein Christ mit einem Ungläubigen verheiratet ist. Hinweise für ein Verhalten in einer solchen Situation finden wir in 1 Korinther 7,12-16. Wenn der ungläubige Partner bereit ist mit dem gläubigen zusammenzuleben, dann sollten sie sich nicht scheiden, wenn aber der ungläubige sich zurückziehen will, dann soll man ihn lassen:

Den andern aber sage ich, nicht der Herr: So ein Bruder ein ungläubiges Weib hat, und sie läßt es sich gefallen, bei ihm zu wohnen, der scheide sich nicht von ihr. Und so ein Weib einen ungläubigen Mann hat, und er läßt es sich gefallen, bei ihr zu wohnen, die scheide sich nicht von ihm. Denn der ungläubige Mann ist geheiligt durchs Weib, und das ungläubige Weib ist geheiligt durch den Mann. Sonst wären eure Kinder unrein; nun aber sind sie heilig. So aber der Ungläubige sich scheidet, so laß ihn scheiden. Es ist der Bruder oder die Schwester nicht gefangen in solchen Fällen. Im Frieden aber hat uns Gott berufen. Denn was weißt du, Weib, ob du den Mann wirst selig machen? Oder du, Mann, was weißt du, ob du das Weib wirst selig machen?

Wenn ein Kind gläubig wird und die Eltern bleiben ungläubig, dann hat das Kind immer noch die Aufgabe die Eltern zu ehren und zusätzlich hat es ihnen auch zu gehorchen (Kolosser 3,20): Ihr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in allen Dingen; denn das ist dem Herrn gefällig.

Ein Christ kann sich also in einer Situation wiederfinden, in der er sich nicht einfach von gewissen ungläubigen Verwandten trennen kann. Er wird das Wort Gottes bezüglich der Situation zu studieren haben und dann entsprechend handeln müssen.

Aber diese Anwendung der Führung durch die Bibel sollte niemals der Grund sein, Jesus nicht zu folgen. Hier haben wir die gleiche Regel die auch dann zutrifft, wenn wir mit weltlichen Autoritäten zu tun haben, wir gehorchen eher Gott als Menschen (Apostelgeschichte 4,19-20): Petrus aber und Johannes antworteten und sprachen zu ihnen: Richtet ihr selbst, ob es vor Gott recht sei, daß wir euch mehr gehorchen denn Gott. Wir können's ja nicht lassen, daß wir nicht reden sollten, was wir gesehen und gehört haben. Diese beiden Verse Apostelgeschichte 4,19-20 sollten uns daran erinnern, daß wir den Mitgliedern unserer natürlichen Familie es niemals erlauben sollten, uns daran zu hindern über die Dinge Gottes zu reden wenn immer wir es für angebracht halten. Und da gehen wir keine Kompromisse ein. Und wir handeln da auch nicht in Furcht. Wir wissen, wenn immer wir Gott mehr gehorchen als Menschen, dann wird Gott auf unsere Seite sein. Gott wird immer einen Gläubigen ehren, der Gott mehr gehorcht als Menschen.

Jesu Lehren sind in dieser Beziehung ohne Kompromisse. Von dem Augenblick an wo wir entschieden haben, ihm zu folgen, tun wir es ohne Vorbehalt und keine Familienbande sollten uns zurückhalten.

Wir wollen uns ansehen wie weitreichend dieses ist. In Matthäus 8,21-22 sagt ein Mann, einer seiner Jünger: Herr, erlaube mir, daß ich hingehe und zuvor meinen Vater begrabe. Aber Jesus sprach zu ihm: Folge du mir und laß die Toten ihre Toten begraben!

Laß die geistig Toten ihre physisch Toten begraben!

Wir überlassen das Geschäft des Beerdigens der physischen Toten den geistig Toten.

Die parallele Stelle in Lukas 9,59-60 lautet:

Und er sprach zu einem andern: Folge mir nach! Der sprach aber: Herr, erlaube mir, daß ich zuvor hingehe und meinen Vater begrabe. Aber Jesus sprach zu ihm: Laß die Toten ihre Toten begraben; gehe du aber hin und verkündige das Reich Gottes!

Hier verkündet Jesus das Ende von Familienfeiern wie Beerdigungen und Hochzeiten und gibt uns ein völlig neues Ziel im Leben. Alle Ziele im Zusammenhang mit der natürlichen Familie werden bedeutungslos und die Ausrichtung auf das Ziel der geistigen Familie ist allein relevant.

Dieses ist einer der wichtigsten Unterschiede zwischen dem alten Bund und dem neuen. Der alte Bund zeigt uns allerdings auch, daß nicht nur die physischen Nachkommen Jakobs Mitglieder der Familie Gottes sind, sondern auch solche die glaubten, wie Thamar oder Rahab oder Ruth. Allgemein jedoch war es die Aufgabe des Israeliten physische Kinder zu haben, um die Familie Gottes zu erweitern.

Gott gab diesen Befehl dreimal. Zum erstenmal gab er es dem Mann und der Frau die er schuf (1 Mose 1,28):

Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan.

Dieses Gebot gab er ein zweites mal an Noah nach der Flut (1 Mose 9,1):

Und Gott segnete Noah und seine Söhne und sprach: Seid fruchtbar und mehrt euch und erfüllt die Erde.

Dies wird wiederholt in Vers 7 im 1 Mose 9:

Seid fruchtbar und mehrt euch und regt euch auf Erden, daß euer viel darauf werden.

Und ein drittes mal wurde es gegeben. In 1 Mose 35,11 Gott gab dieses Gebot dem Jakob:

Und Gott sprach zu ihm: Ich bin der allmächtige Gott; sei fruchtbar und mehre dich; Völker und Völkerhaufen sollen von dir kommen, und Könige sollen aus deinen Lenden kommen.

Dreimal gab Gott diese Verfügung. Jedesmal war es ein Neubeginn. Jedesmal fing Gott mit geistig lebendigen Menschen an.

Der Mann und die Frau die Gott schuf erhielten dieses Gebot bevor dem Fall, zu einer Zeit, da sie noch geisterfüllt waren.

Dann gab Gott diesen Befehl Noah und seinen Söhnen, den einzigen Menschen die er vor der Flut gerettet hatte, denn sie waren nicht durch üble Taten verdorben, sonder geistige Menschen und ihnen wurde geboten, sich zu mehren.

Und ein drittes mal machte Gott einen neuen Anfang. Wieder befahl er sich zu mehren und fruchtbar zu sein. Und wieder gab er es einer geistig wachen Person, Israel.

Nur hat Gott eigentlich keine Enkelkinder. Ein Mensch wird nicht ein Kind Gottes weil er durch einen Vater geboren wird, der ein Kind Gottes ist. Der Vater mag ein Kind Gottes sein, aber dieses bedeutet nicht, daß sein Kind auch automatisch ein Kind Gottes sein wird. Uns ist dieses gut bekannt. Wir müssen wiedergeboren sein - von neuem geboren sein. Wir müssen aus dem Geist geboren sein. Dann werden wir Kinder Gottes.

Wir sind also nicht fruchtbar und wir mehren uns nicht, wenn wir physische Kinder zur Welt bringen. Wir sind fruchtbar und wir mehren uns, wenn wir Frucht tragen - geistige Frucht. Die Frucht des Geistes von Galater 5,22-23 ist es, die wir hervorbringen müssen. Wir sind fruchtbar und wir mehren uns, wenn wir Frucht tragen - geistige Frucht.

Und dann, wenn wir gute Frucht bringen, dann gehen wir und wir rufen das Reich Gottes aus.

Wir haben hier also etwas völlig neues. Jesus verkündigt hier in Lukas 9,60 eine vollständig neue Familienpolitik: "Laß die Toten ihre Toten begraben; gehe du aber hin und verkündige das Reich Gottes!"

Wir können das Reich Gottes nicht dadurch vermehren, daß wir physische Kinder produzieren. Das Zeugen von physischen Menschen bewirkt nicht eine Vergrößerung der Familie Gottes. Wenn wir Gottes Familie erweitern wollen, dann müssen wir Frucht bringen, und wenn wir Frucht hervorbringen, dann gehen wir automatisch hin und proklamieren dieses Reich Gottes. Wenn wir uns damit beschäftigen, physische Kinder aufzuziehen, dann werden wir viel weniger Zeit finden, zu gehen und zu verkünden. Jesus sagt, daß wir weltliche Dinge den geistig Toten überlassen sollen. Wir beschäftigen uns nicht mehr mit irdischen Methoden, um das Reich Gottes zu mehren.

Nirgends sagt uns Jesus, daß wir dadurch zahlreicher werden, daß wir physisch an Zahl zunehmen. Wir werden ein solches Gebot nicht in dem neuen Bund finden. Etwas vollständig Neues gibt es hier. Wenn jemand Christen lehren will, Familienleben so zu führen, wie es uns im alten Bund gezeigt wird, dann muß er zu diesem alten Bund gehen und von dort aus lehren. Aber dann muß er die Lehre des neuen Bundes und die Gebote des Herrn verleugnen.

Daß Christen heiraten und Kinder haben, ist etwas, das empfohlen wird in Situationen wo wir es mit Unzulänglichkeiten zu tun haben. In 1 Korinther 7,2 wird ein solcher Mangel erwähnt: Aber um der Hurerei oder wegen der Gefahr der Unzucht. Und in 1 Korinther 7,6 wird erwähnt, daß diese Empfehlung zu heiraten ein Zugeständnis ist, und nicht ein Gebot. Ein weiterer solcher Mangel wird direkt nach dem ersten angeführt: "So sie aber sich nicht mögen enthalten, so laß sie freien; es ist besser freien denn Brunst leiden" (1 Korinther 7,9). Noch eine Empfehlung zu heiraten finden wir in 1 Korinther 7,36, wo sich eine Person bereits verpflichtet hat. Der allgemeine Rat aber ist: "Bist du los vom Weibe, so suche kein Weib. So du aber freist, sündigst du nicht" (1 Korinther 7,27-28).

Noch eine Empfehlung finden wir in 1 Timotheus 5,11-15; hier wird jungen Witwen geraten zu heiraten und Kinder zu haben. Wir wollen es lesen: "Der jungen Witwen aber entschlage dich; denn wenn sie geil geworden sind wider Christum, so wollen sie freien und haben ihr Urteil, daß sie den ersten Glauben gebrochen haben. Daneben sind sie faul und lernen umlaufen durch die Häuser; nicht allein aber sind sie faul sondern auch geschwätzig und vorwitzig und reden, was nicht sein soll. So will ich nun, daß die jungen Witwen freien, Kinder zeugen, haushalten, dem Widersacher keine Ursache geben zu schelten. Denn es sind schon etliche umgewandt dem Satan nach."

Die Unzulänglichkeit die hier erwähnt wird, ist sinnliches Verlangen - Leidenschaft. Und das Problem ist, daß diese Leidenschaft sie Christus entfremdet. Und dies wiederum bewirkt, daß sie sich den Vorwurf zuziehen, ihrem Versprechen untreu geworden zu sein. Ihr Versprechen ist, Christus zu folgen. Und dann werden noch mehrere Mängel aufgeführt.

In den meisten dieser Fälle wird Heirat empfohlen, um schlimmeres zu verhüten: Unzucht, Probleme die sich aus einem Mangel an Selbstkontrolle oder einem Mangel an Enthaltung ergeben, sinnliches Verlangen das Christus entfremdet.

Gegenüber diesen Empfehlungen zu heiraten finden wir etliche Ermahnungen unverheiratet zu bleiben:

Da sprachen die Jünger zu ihm: Steht die Sache eines Mannes mit seinem Weibe also, so ist's nicht gut, ehelich werden (Matthäus 19,10).

Es ist dem Menschen gut, daß er kein Weib berühre (1 Korinther 7,1).

Ich wollte aber lieber, alle Menschen wären, wie ich bin (1 Korinther 7,7).

Ich sage zwar den Ledigen und Witwen: Es ist ihnen gut, wenn sie auch bleiben wie ich (1 Korinther 7,8).

Doch wie einem jeglichen Gott hat ausgeteilt, wie einen jeglichen der Herr berufen hat, also wandle er. Und also schaffe ich's in allen Gemeinden (1 Korinther 7,17).

Ein jeglicher, liebe Brüder, worin er berufen ist, darin bleibe er bei Gott (1 Korinther 7,24).

So meine ich nun, solches sei gut um der gegenwärtigen Not willen, es sei dem Menschen gut, also zu sein (1 Korinther 7,26).

Bist du an ein Weib gebunden, so suche nicht los zu werden; bist du los vom Weibe, so suche kein Weib (1 Korinther 7,27).

So du aber freist, sündigst du nicht; und so eine Jungfrau freit, sündigt sie nicht. Doch werden solche leibliche Trübsal haben; ich verschonte euch aber gern (1 Korinther 7,28).

Ich wollte aber, daß ihr ohne Sorge wäret. Wer ledig ist, der sorgt, was dem Herrn angehört, wie er dem Herrn gefalle; wer aber freit, der sorgt, was der Welt angehört, wie er dem Weibe gefalle. Es ist ein Unterschied zwischen einem Weibe und einer Jungfrau: welche nicht freit, die sorgt, was dem Herrn angehört, daß sie heilig sei am Leib und auch am Geist; die aber freit, die sorgt, was der Welt angehört, wie sie dem Manne gefalle. Solches aber sage ich zu eurem Nutzen; nicht, daß ich euch einen Strick um den Hals werfe, sondern dazu, daß es fein zugehe und ihr stets ungehindert dem Herrn dienen könntet (1 Korinther 7,32-35).

Wenn einer aber sich fest vornimmt, weil er ungezwungen ist und seinen freien Willen hat, und beschließt solches in seinem Herzen, seine Jungfrau also bleiben zu lassen, der tut wohl. Demnach, welcher verheiratet, der tut wohl; welcher aber nicht verheiratet, der tut besser (1 Korinther 7,37-38).

Ein Weib ist gebunden durch das Gesetz, solange ihr Mann lebt; so aber ihr Mann entschläft, ist sie frei, zu heiraten, wen sie will, nur, daß es im Herrn geschehe. Seliger ist sie aber, wo sie also bleibt, nach meiner Meinung. Ich halte aber dafür, ich habe auch den Geist Gottes (1 Korinther 7,39-40).

Der neue Bund ermutigt nicht zur Heirat und zur Fortpflanzung. Da gibt es keine Beispiele in dieser Hinsicht. Das Neue Testament lehrt den normalen Christen nicht zu heiraten und Kinder zu zeugen und da gibt es keine Berichte von Christen die sich verheiraten und die Nachkommen zeugten.

Wir haben hier etwas vollständig neues. Etwas recht radikales. Es ist so drastisch in seiner ganzen Anlage, daß es schon einiges an Zeit benötigt, um sich der vollen Konsequenzen bewußt zu werden. Jesus macht der Lehre des Alten Testamentes fruchtbar zu sein und sich zu mehren ein Ende und gibt anstatt das Gebot hinzugehen und das Reich Gottes zu verkünden. Jesus macht dem Familienleben, wie wir es von Alten Testament her kennen, ein Ende und verkündigt ein komplettes neues Familienleben - verkündigt eine Familie von Menschen die den Willen des Vater tun - einen Leib bestehend aus geistigen Menschen.

Eine der herausragensten Eigenschaften der Imitationskirchen ist, daß sie genau diese Seite der Lehren Jesu ignorieren und vorgehen als ob sie nicht existiert. Hochzeitszeremonien sind für sie wichtige Veranstaltungen und ein großer Teil ihrers gesellschaftlichen Lebens befaßt sich mit dem Suchen und Finden von Ehe- und Sexpartnern. Es gibt kaum etwas das mehr unbiblisch ist als eine kirchliche Trauung.

Wir haben gerade festgestellt, daß der neue Bund die Heirat und die Fortpflanzung nicht unterstützt. Es gibt diesbezüglich keine Beispiele im Neuen Testament. Es gibt allerdings Ausnahmen hierzu und wir haben sie uns angesehen. Aber das Vorhandensein dieser Ausnahmen ist eine Unterstützung der allgemeinen Lehre des Neuen Testaments, denn diese Ausnahmen bestätigen die generelle Lehre dadurch, daß sie eben Ausnahmen sind.

Wir kommen nun zu einem wichtigen Gesichtspunkt dieser Situation und ihrer Lehre im Neuen Testament. Um die Lehre des Neuen Testaments zu verstehen, muß uns der Unterschied zwischen zwei Seiten des Familienlebens bewußt werden - zwei Seiten des Lebens in einer physischen Familie. Diese zwei Seiten sind "verheiratet sein" und "sich verheiraten." Das Neue Testament macht Aussagen über diese beiden Seiten.

Wir wollen uns zunächst "verheiratet sein" ansehen. Wenn eine Person verheiratet ist, dann ist diese Übereinkunft gültig, sollte respektiert werden und kann nicht gelöst werden. Ein Wort wurde gegeben und so etwas hat einen hohen Rang in Gottes Augen. Eine Person die verheiratet ist und dann Christ wird bleibt deshalb auch verheiratet und sie wird im Neuen Testament Hinweise finden, wie sie sich in der Ehe zu verhalten hat. Es gibt recht viel Unterweisung im Neuen Testament für Ehemänner und Ehefrauen. An dieser Stelle wollen wir jedoch nur festhalten, daß wenn eine verheiratete Person Christ wird, sie auch verheiratet bleibt. Ein Vereinbarung einmal getroffen ist verpflichtend auch wenn eine Person an Einsicht hinzugewinnt und lernt, daß es besser ist, nicht verheiratet zu sein.

Wir wollen dies an Beispielen verdeutlichen: Ein Moslem hat zwei Ehefrauen und wird Christ. Nachdem er Christ geworden ist, hat er immer noch zwei Ehefrauen. Er ist seinem Wort, das er einmal seinen zwei Ehefrauen gegeben hat als er noch kein Christ war, weiterhin verpflichtet. Da ergeben sich keine Änderungen, er bleibt verheiratet mit zwei Frauen. Ebenso verhält es sich mit einem Zulu der fünf Frauen und 35 Kinder hat und der eine Entscheidung für Christus macht und ein Gläubiger wird. Er wird auch danach ein Mann sein der immer noch 5 Frauen und 35 Kinder haben. Da gibt es keine Änderung. Dies ist der Grund warum die Bibel nicht sagt, daß ein Christ nur eine Ehefrau haben kann. Da gibt es keine solche Regel in der Bibel. Die einzige Ausnahme sind Älteste. Älteste können nur eine Frau haben. Der Zulu und der Mann der ein Moslem gewesen war können nicht Älteste werden, sind aber Christen wie alle anderen auch in der Familie Gottes.

Das Neue Testament gibt recht viel Rat für verheiratete Menschen und bestärkt verheiratet Paare ein heiliges Leben zu führen und die Ehe zu bewahren. Das Neue Testament ist sogar bündiger bezüglich Scheidung als das Alte Testament. Aber da sind keine Hinweise enthalten in diesen Ratschlägen, die uns die Bibel für verheiratete Menschen gibt, die zeigen, daß die Bibel Christen ermutigt, zu heiraten. Die Bibel schützt also sehr die Ehe, dieser Schutz erlaubt uns aber nicht den Schluß zu ziehen, daß sie eine Ermutigung zur Ehe ist. Die Bibel schützt auch sehr einen Sklaven, aber dies heißt nicht, daß die Bibel Menschen rät, Sklaven zu werden. Die Bibel macht Aussagen für einen Sklaven, wie er sein Leben zu führen hat, und die Bibel sagt auch den Christen wie sie sich einem Sklaven gegenüber zu verhalten haben, aber all dies ist nicht eine Ermutigung ein Sklave zu werden oder Sklaven zu halten.

Dieser Vergleich eines verheirateten Menschen mit einem Sklaven scheint nicht gerade ein sehr geeigneter zu sein. Aber genau dies tut die Bibel. Die Bibel spricht von verheirateten Menschen und Sklaven im Zusammenhang. Die Bibel sagt uns, daß wir nicht Sklaven von Menschen werden sollen, und das tut sie in dem Kapitel, das sich mit Heirat beschäftigt - 1 Korinther Kapitel 7. "Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht der Menschen Knechte" (1 Korinther 7,23). Wenn jemand heiratet plaziert er sich in eine Position die mit der eines Knechtes verglichen wird. Ein solcher Mann muß seinen Pflichten nachkommen und sein Leib gehört nicht ihm allein (1 Korinther 7,3-4). Eine Person die Pflichten zu erfüllen hat - eine verheiratete Person - und daraus nicht heraus kann - weil sie sich nicht scheiden lassen kann - eine Person der ihr Körper nicht allein gehört, ist nicht eine freie Person. Eine Person, die nicht frei ist, ist ein Sklave.

Die Bibel schützt auch Kinder sehr, aber auch hier kann daraus nicht geschlossen werden, daß die Bibel Christen ermutigt Kinder zu kriegen. Jesus sprach, "Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solcher ist das Reich Gottes" (Matthäus 19,14, Markus 10,14 und Lukas 18,16). Wir können solche Bibelstellen nicht dazu benutzen, Christen zu empfehlen zu heiraten und Kinder in die Welt zu bringen. Es wäre eine Mißbrauch der Schrift wie es eine Mißbrauch der Schrift wäre diese Bibelstellen dazu zu gebrauchen, um die Babytaufe zu unterstützen - die Taufe von Kindern die noch nicht Gläubige sind.

Unsere Aufgabe ist es hinzugehen und das Reich Gottes zu verkünden. Wenn wir Kinder großziehen, dann sind wir für viele Jahre unseres Lebens mit dieser Aufgabe beschäftigt und diese Zeit wird die Zeit verkürzen, die wir in Gottes Weinberg verbringen.

Die Bibel läßt uns also wissen, wie wir unser Leben gestalten sollten, wenn wir verheiratet sind und sie sagt Christen, wie sie sich zu verhalten haben, wenn sie es mit Verheirateten zu tun haben. Wenn wir uns also das Thema "verheiratet sein" ansehen, so haben wir Einiges an Lehre und Führung in der Bibel.

Aber "verheiratet sein" bedeutet, daß eine Entscheidung zu heiraten in der Vergangenheit getroffen wurde und es ist dann geschehen - die Person ist jetzt verheiratet - und die Vergangenheit kann nicht mehr geändert werden. Und "zu heiraten" bedeutet, daß die Entscheidung zu heiraten noch nicht gefallen ist - sie wird nur erwogen - die Trauung hat noch nicht stattgefunden. Und zu der Frage, ob es gut sei, zu heiraten, hat die Bibel Lehre und Führung. Im ersten Brief an die Korinther handelt ein ganzes Kapitel darüber: Kapitel 7.

Jesus selbst lehrt über Heirat und er überrascht die Pharisäer und auch die Jünger dadurch, daß er bei Scheidung strikter als Moses ist. Er sagt (Matthäus 19,6), "Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden." Dies überrascht die Pharisäer und sie fragen Jesus warum Moses Scheidung erlaubte und Jesus antwortet, Mose hat euch erlaubt zu scheiden von euren Weibern wegen eures Herzens Härtigkeit; von Anbeginn aber ist's nicht also gewesen. Ich sage aber euch: Wer sich von seinem Weibe scheidet (es sei denn um der Hurerei willen) und freit eine andere, der bricht die Ehe; und wer die Abgeschiedene freit, der bricht auch die Ehe (Matthäus 19,8-9).

Hier haben wir ein Beispiel wie sich Jesus Lehre von der Praxis der Juden unterscheidet. Jesus geht viel weiter als nur äußerliche Taten zu verwerfen. Für ihn ist die Herzenseinstellung wichtig. Mord ist nicht nur eine Sünde, sondern sich über seinen Nachbarn zu ärgern ist bereits ist Sünde. Nicht nur Ehebruch ist Sünde, sondern ein lüsterner Blick ist bereits ehebrecherisch.

Die Pharisäer sind verwundert über diese Lehre Jesu über Scheidung, es überrascht aber auch seine Jünger. Was für Schlüsse haben wir aus dieser Lehre Jesu zu ziehen? Wir sollten wohl die gleichen Schlüsse ziehen, die die Leute zogen, die diese Lehre hörten. Ihre Reaktion war die folgende:

Da sprachen die Jünger zu ihm: Steht die Sache eines Mannes mit seinem Weibe also, so ist's nicht gut, ehelich werden.

Wir haben hier die gleiche Aussage wie wir sie in 1 Korinther 7,1 haben, "Es ist dem Menschen gut, daß er kein Weib berühre" und in 1 Korinther 7,38, "Demnach, welcher verheiratet, der tut wohl; welcher aber nicht verheiratet, der tut besser."

Dieses ist also die Schlußfolgerung die die Jünger aus dem zogen, was Jesus lehrte: Es ist besser nicht zu heiraten. Und Jesus bestätigt, daß seine Jünger zu dem richtigen Schluß kamen.

Er sprach zu ihnen: Das Wort faßt nicht jedermann, sondern denen es gegeben ist (Matthäus 19,11).

Wir haben also hier mit den Lehren von Jesus die gleiche Richtungsweisung wie wir sie auch von anderen Teilen des Neuen Testaments bekommen: Heirat wird nicht empfohlen, ist aber auch nicht verboten. In 1 Timotheus 4,3 wird uns gesagt, daß es falsch ist, Leuten das Heiraten zu verbieten.

Und Jesus drückt das Gleiche aus. Im folgenden Vers, Matthäus 19,12, sagt er, "Wer es fassen kann, der fasse es!" Es ist also unsere eigene Entscheidung, ob wir diese Lehre akzeptieren können. Und wenn wir es können, dann sollten wir es tun. Und in diesem Vers kommt Jesus zurück auf das wirkliche Ziel, daß wir im Leben haben sollten: das Himmelreich. Wenn wir uns entschieden haben, daß das geistige Reich unser wirkliches Ziel im Leben ist, dann wird es relativ leicht sein, Jesus Lehre zu akzeptieren.

Jemand mag auf einer gewissen Stufe stehen und recht wenig Erkenntnis haben und nicht die richtigen Prioritäten setzen. Der Unterschied zwischen Nebensachen und Hauptsachen ist ihm nicht klar. Er hat noch nicht die geistige Kraft, um sein eigenes Glück hintenan zustellen und zum Wohl anderer zu leben. Ihm fehlt diese Fähigkeit und er beschränkt damit seine eigene Freiheit, um weltlichen Erfolg und um weltliches Glück anzustreben. Wenn er aber sein wahres Ich erkennt und auch den eigentlichen Zweck seines Lebens, dann werden weltliche Dinge nebensächlich für ihn und er hat gar nicht mehr die Energie und die Zeit, sie zu verfolgen. Er hat jetzt ein wesentlich besseres Ziel und dieses verfolgt er nun und es ist es, wohin sein Geist ihn zieht: geistiges Wachsen. Sein Ziel ist das geistige Reich und auf dies arbeitet er hin und es ist seine Erfüllung.

Die Bibel sagt uns also: Es ist gut für einen Mann nicht zu heiraten; es ist besser nicht zu heiraten; es ist gut unverheiratet zu bleiben. Jesus gibt einen Grund, warum Leute auf Heirat verzichten: um des Himmelreiches willen. In 1 Korinther 7,33-35 ist dies in folgenden Worten ausgedrückt: "wer aber freit, der sorgt, was der Welt angehört," wir aber sollten uns "sorgen, was dem Herrn angehört," auf daß wir "heilig seien am Leib und auch am Geist" und "daß es fein zugehe und wir stets ungehindert dem Herrn dienen können."

Eine verheiratete Person kann es nicht vermeiden, sich um die Angelegenheiten der Welt zu bemühen und ein weltliches Leben zu führen. Sie wird nicht ungehindert dem Herrn dienen können; sie wird nicht in rechter Weise und ungestört immer dem Herrn zu dienen in der Lage sein. Eine verheiratete Person wird es immer schwer haben, sich rein zu halten - rein von der Welt. Um ein weltliches Leben zu vermeiden, kann ein Mann, der eine Frau hat, folgendes tun: er kann so leben, als ob er keine hätte. Dieses ist eigentlich ein Gebot. In 1 Korinther 7,29 heißt es, "Die da Weiber haben, daß sie seien, als hätten sie keine."

Wenn wir verheiratet sind, können wir es nicht vermeiden, in den Anliegen der Welt verwickelt zu sein; es wird immer schwierig sein, sich rein von weltlichen Dingen zu halten. Und dies ist der Grund, warum Jesus uns sagt, andere haben auf Heirat verzichtet, wegen des Himmelreiches.

Die Führung die uns die Bibel also gibt, ist unverheiratet zu bleiben und so zu leben, als ob wir keine Frau hätten. Wenn wir wirklich des Lammes Namen und den Namen seines Vaters geschrieben an unserer Stirn haben wollen (Offenbarung 14,1), dann müssen wir uns auf das Reich Gottes konzentrieren. Wenn wir wirklich unseren Sinn und Verstand und unser Denken - das sich in unserer Stirn befindet - auf geistige Dinge ausrichten wollen, dann müssen wir schon Abstand nehmen von weltlichen Beschäftigungen und Interessen. Unser Denken muß in eine Richtung gehen und sollte nicht gespalten sein. Wenn wir zu den 144 000 gehören wollen, dann müssen wir wie sie leben: "Diese sind's, die mit Weibern nicht befleckt sind - denn sie sind Jungfrauen - und folgen dem Lamme nach, wo es hin geht. Diese sind erkauft aus den Menschen zu Erstlingen Gott und dem Lamm" (Offenbarung 14,4).

Wir sollten uns nicht mit weltlichen Dingen verunreinigen. Wir sollten uns rein halten. Wir folgen dem Lamm, wo es hingeht.

Wir streben nach dem geistigen Reich. Unser Sinn ist auf dieses Ziel ausgerichtet - nach droben. "Seid ihr nun mit Christo auferstanden, so suchet, was droben ist, da Christus ist, sitzend zu der Rechten Gottes. Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist" (Kolosser 3,1-2). Wenn wir wirklich in einer geistigen Welt leben, wenn wir wirklich nur in dieser Welt sind aber nicht von dieser Welt sind, dann werden wir so leben, daß die Einzelheiten mit dem was droben ist übereinstimmen, dann wird unser Denken auf das Obige ausgerichtet sein und nicht auf das Weltliche. Wir werden hier bereits so leben wie wir leben werden nach der Auferstehung. "In der Auferstehung werden sie weder freien noch sich freien lassen, sondern sie sind gleichwie die Engel Gottes im Himmel" (Matthäus 22,30). In Lukas 20,34-36 werden uns Jesus Worte folgendermaßen wiedergegeben: "Die Kinder dieser Welt freien und lassen sich freien; welche aber würdig sein werden, jene Welt zu erlangen und die Auferstehung von den Toten, die werden weder freien noch sich freien lassen. Denn sie können hinfort nicht sterben; denn sie sind den Engeln gleich und Gottes Kinder, dieweil sie Kinder sind der Auferstehung." Es ist also sehr eine Frage, ob wir noch Kinder dieser Welt sein wollen. Wir wollen nicht von dieser Welt sein. Wir leben ein Leben, das sich an den Dingen die droben sind, ausrichtet.

Wir leben in dieser Welt, aber wir sind nicht von dieser Welt. Wir leben nicht wie es die Welt tut. Wenn wir das Leben dieser Welt lieben, dann werden wir nicht Jesus folgen wollen. Und dann werden wir nicht bereit sein, wenn des Menschensohn kommt. Jesus beschreibt diese Situation mit diesen Worten: "Denn gleichwie sie waren in den Tagen vor der Sintflut, sie aßen, sie tranken, sie freiten und ließen sich freien, bis an den Tag, da Noah zu der Arche einging" (Matthäus 24,38), "Und wie es geschah zu den Zeiten Noahs, so wird's auch geschehen in den Tagen des Menschensohnes: sie aßen, sie tranken, sie freiten, sie ließen freien bis auf den Tag, da Noah in die Arche ging und die Sintflut kam und brachte sie alle um"(Lukas 17,26-27).

Hier beschreibt Jesus ein typisches weltliches Leben, ein Leben von Leuten deren Sinn und Streben auf die Dinge hier drunten ausgerichtet sind. Ihre Herzen sind bei den Dingen dieser Erde - bei weltlichen Dingen. Und freien und sich freien lassen ist so sehr Teil dieser Art des Lebens.

Und Leute, die dieses Leben führen, werden das wirkliche Leben versäumen. Im entscheidenden Augenblick wird das Verderben sie überfallen. Sie werden das große Abendmahl verpassen. Wenn die Einladung kommt, werden sie zu sehr mit ihren weltlichen Dingen beschäftigt sein und sie werden Ausreden haben und sagen, "Ich habe ein Weib genommen, darum kann ich nicht kommen" (Lukas 14,20). Das beschäftigt sein mit dem Denken über Liebesabenteuer, mit der leiblichen Anziehungskraft andere Menschen, mit dem Wunsch nach Freundschaft zum anderen Geschlecht, mit Freien und mit dem Lesen und Sehen von Liebesgeschichten, wird uns davon abhalten, die Dinge die droben sind zu suchen. Diese Tätigkeiten werden uns daran hindern, Jesus zu folgen.

Wenn wir diese Aktivitäten nicht aufgeben, können wir nicht Jesus Nachfolger sein. "So jemand zu mir kommt und haßt nicht seinen Vater, Mutter, Weib, Kinder, Brüder, Schwestern, auch dazu sein eigen Leben, der kann nicht mein Jünger sein." (Lukas 14:26).

Der bemerkenswerte Gesichtspunkt dieser Aussage von Jesus ist, daß er uns nicht eine Liste von Prioritäten gibt, in der uns sagt, daß wir zuerst seine Jünger sein müssen, daß wir danach als zweites Kirchenmitglieder sein müssen, daß wir dann drittens verantwortungsbewußte Familienmitglieder sein müssen, und daß wir dann viertens noch etwas anderes tun müssen und sein müssen und so fort. Nein, er sagt, wir müssen seine Jünger sein und alles andere spielt keine Rolle mehr - sogar unser eigenes Leben müssen wir als unwichtig ansehen. Alles andere zählt nicht mehr. Wenn wir seine Jünger geworden sind, dann hat alles andere seinen Einfluß verloren. Nur was für die Nachfolge wichtig ist zählt.

Wir haben alles aufzugeben was wir haben, wenn wir seine Jünger werden. Da ist nichts ausgeschlossen. "Also muß auch ein jeglicher unter euch, der nicht absagt allem, was er hat, kann nicht mein Jünger sein" (Lukas 14,33).

Und wenn wir ein solches Leben beginnen, wird es drastische Änderungen in allem geben. Und dies wiederum wird einen ausdrucksstarken Einfluß auf die Menschen um uns herum haben. Wenn wir uns von der Welt abwenden, werden uns vielleicht Menschen bewundern. Was aber wahrscheinlicher ist, ist daß die Menschen sich über uns ärgern werden und negativ reagieren werden. Wir brauchen uns nur anzusehen, was Jesus selbst in seiner Heimatstadt passierte: Und es begab sich, da Jesus diese Gleichnisse vollendet hatte, ging er von dannen und kam in seine Vaterstadt und lehrte sie in ihrer Schule, also auch, daß sie sich entsetzten und sprachen: Woher kommt diesem solche Weisheit und Taten? Ist er nicht eines Zimmermann's Sohn? Heißt nicht seine Mutter Maria? und seine Brüder Jakob und Joses und Simon und Judas? Und seine Schwestern, sind sie nicht alle bei uns? Woher kommt ihm denn das alles? Und sie ärgerten sich an ihm. Jesus aber sprach zu ihnen: Ein Prophet gilt nirgend weniger denn in seinem Vaterland und in seinem Hause. Und er tat daselbst nicht viel Zeichen um ihres Unglaubens willen (Matthäus 13,53-58).

Es wird also zu Reaktionen kommen, wenn wir wirklich uns von der Welt abwenden. Wir sollten beachten, daß Jesus nicht nur von seinem Vaterland, sondern auch von seinem Hause spricht. Dieses ist eine Bestätigung, daß zu einem bestimmten Zeitpunkt seine Familie ihm nicht folgte. Und so kann es uns geschehen. Unser eigenes Haus widersteht uns.

Eine Beschreibung eines solchen Hauses finden wir in Lukas 12,49-53: Ich bin gekommen, daß ich ein Feuer anzünde auf Erden; was wollte ich lieber, denn es brennete schon! Aber ich muß mich zuvor taufen lassen mit einer Taufe; wie ist mir so bange, bis sie vollendet werde! Meinet ihr, daß ich hergekommen bin, Frieden zu bringen auf Erden? Ich sage: Nein, sondern Zwietracht. Denn von nun an werden fünf in einem Hause uneins sein, drei wider zwei, und zwei wider drei. Es wird sein der Vater wider den Sohn, und der Sohn wider den Vater; die Mutter wider die Tochter, und die Tochter wider die Mutter; die Schwiegermutter wider die Schwiegertochter, und die Schwiegertochter wider die Schwiegermutter.

Diese Spaltung wird in einer Familie stattfinden. Und diese Spaltung wird entstehen, weil einige Mitglieder der Familie plötzlich zu Gottes Familie gehören und die Welt hinter sich gelassen haben. Und dieses wird zu Reaktionen führen. Der Rest der Familie wird reagieren - wird negative reagieren.

In Matthäus 10,34-38 finden wir eine ähnliche Stelle. Jesus sagt, "Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, Frieden zu senden auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu erregen gegen seinen Vater und die Tochter gegen ihre Mutter und die Schwiegertochter gegen ihre Schwiegermutter. Und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein. Wer Vater oder Mutter mehr liebt denn mich, der ist mein nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt denn mich, der ist mein nicht wert. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach, der ist mein nicht wert."

Wenn ein Kind zum Nachfolger von Jesus wird und des Kindes Familie wendet sich gegen dieses Kind, dann wird dieses Kind eine neue Familie haben - die Familie Gottes. Gott wird sein Vater werden und es wird Brüder und Schwestern haben. Und es wird sagen können, "Denn mein Vater und meine Mutter verlassen mich; aber der Herr nimmt mich auf." (Psalm 27,10). Es wird sich in einer Situation befinden, wo er eine viel bessere Familie hat als bevor, er wird in Gottes Familie leben. "Und wer verläßt Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Weib oder Kinder oder Äcker um meines Namens willen, der wird's hundertfältig nehmen und das ewige Leben ererben." (Mathäus 19,29).

Aber es wird Spaltungen geben - Spaltungen in der natürlichen Familie. Spaltungen die aufzeigen werden, wer auf welcher Seite ist.

Und die religiösen Leute werden sich aufregen, besonders deren Führer. Es wird so sein, wie es bei Jesus war. Verfolgung wird beginnen und dann wird diese Spaltung der natürlichen Familie zu Verrat führen.

Es wird aber ein Bruder den andern zum Tod überantworten und der Vater den Sohn, und die Kinder werden sich empören wider die Eltern und ihnen zum Tode helfen (Matthäus 10,21). Es wird aber überantworten ein Bruder den andern zum Tode und der Vater den Sohn, und die Kinder werden sich empören gegen die Eltern und werden sie helfen töten (Markus 13,12).

Es wird also zu schrecklichen Situationen innerhalb von christlichen Familien kommen. Es wird Krieg herrschen - kein Friede. Jesus sagt, "Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, Frieden zu senden auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert." Gott ist ein Gott des Friedens. Aber er ist ein Gott des wahren Friedens - nicht eines falschen. Ein weltlicher Friede ist nicht ein göttlicher Friede.

Von den Zeiten aber und Stunden, liebe Brüder, ist nicht not euch zu schreiben; denn ihr selbst wisset gewiß, daß der Tag des Herrn wird kommen wie ein Dieb in der Nacht. Denn sie werden sagen: Es ist Friede, es hat keine Gefahr, so wird sie das Verderben schnell überfallen, gleichwie der Schmerz ein schwangeres Weib, und werden nicht entfliehen (1 Thessalonicher 5,1-3).

Hier spricht die Bibel von einem weltlichen Frieden am Tag des Herrn. Von weltlichem Frieden wird in den Nachrichten viel gesprochen. Aber das ist ein falscher Friede. Es ist eine Trübheit des Geistes. Menschen die nicht geistig empfindsam sind, werden von solch einem Frieden überrascht werden. Sie werden geistig hohl sein.

Das Streben der Menschen dieser Welt nach Friede und Sicherheit - einem falschen Frieden und einer falschen Sicherheit - wird vom Antichrist genutzt werden. Und Leute werden eher bereit sein, ihre Freiheit aufzugeben, nur um diesen Frieden und diese Sicherheit zu haben. Und sie werden einem Menschen Macht geben, der ihnen Frieden und Sicherheit anbietet. Leute werden von Furcht beherrscht sein und diese Furcht wird so groß sei, daß sie ihre Freiheit opfern werden, um Friede und Sicherheit zu haben.

Wahrer Friede ist den Willen unseres Vaters zu tun; Gottes Wort zu hören und es zu praktizieren. Wenn wir Gottes Willen tun, werden wir Frieden haben. Unser Friede muß das Ergebnis des Tuns des Willen Gottes sein. Falscher Friede macht uns geistig trübsinnig und wir werden wie die fünf törichten Jungfrauen.

Jesus kam nicht, um diesen falschen Frieden zu bringen. "Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, Frieden zu senden auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu erregen gegen seinen Vater und die Tochter gegen ihre Mutter und die Schwiegertochter gegen ihre Schwiegermutter. Und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein. Wer Vater oder Mutter mehr liebt denn mich, der ist mein nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt denn mich, der ist mein nicht wert. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach, der ist mein nicht wert."

Er kam, um das Schwert zu bringen und um Feuer auf Erden zu bringen. Der Zweck ist Menschen zu enthüllen; die Nachfolger zu offenbaren und die Ablehner zu offenbaren, so daß die Ablehner zu einer Entscheidung herausgefordert werden. Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer denn kein zweischneidig Schwert, und dringt durch, bis daß es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens (Hebräer 4,12). So wird eines jeglichen Werk offenbar werden: der Tag wird's klar machen. Denn es wird durchs Feuer offenbar werden; und welcherlei eines jeglichen Werk sei, wird das Feuer bewähren (1 Korinther 3,13).

Jesus wird diejenigen offenbaren die zu seiner Familie gehören und die, die nicht dazugehören. Zur Familie dazuzugehören wird das Wichtige sein.

Wenn wir zu Jesus Familie gehören wollen, dann wird es sehr hilfreich sein, wenn wir uns des Unterschiedes bewußt werden, der zwischen der natürlichen Familie und der geistigen Familie besteht. Dieses Verständnis wird der erste Schritt sein. Der nächste Schritt wird es sein, eine klare Entscheidung für die geistige Familie zu tun. Und dies wird wiederum nur erreicht werden, wenn die natürliche Familie als solche erkannt wird und wenn unsere Loyalität allein der Familie Gottes gehört - der geistigen Familie. Da kann es keinerlei Umkehr geben.

 

 

Dieses ist das Ende von "Welche Familie?"

Zu Kapitel: [16]

 

 

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