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Dieses ist das 42. Kapitel von "Die Imitationskirche."

 

42. Auferstehung des Fleisches?

Frank L. Preuss

 

Ich habe mir mal ein Evangelische Kirchengesangbuch angesehen und da gibt es so etwas wie Der kleine Katechismus Doktor Martin Luthers.

Das Erste Hauptstück dort heißt Die zehn Gebote und die werden dort aufgeführt und sind mit Erklärungen versehen.

Das Zweite Hauptstück hat den Titel Der Glaube und ist ein Glaubensbekenntnis wie es von Konfessionen her bekannt ist. Die einzelnen Teile sind dort auch mit Erklärungen versehen.

Das Dritte Hauptstück hat den Titel Das Vaterunser und auch dort sind Erklärungen beigefügt.

Das Vierte Hauptstück heißt Das Sakrament der Heiligen Taufe. Danach kommt Das Lehrstück vom Amt der Schlüssel und von der Beichte und zum Schluß gibt es dann Das Fünfte Hauptstück und dies heißt Das Sakrament des Altars oder das Heilige Abendmahl.

In diesem Fünften Hauptstück heißt es:

Wie kann leiblich Essen und Trinken solche große Dinge tun?

Essen und Trinken tuts freilich nicht, sondern die Worte, so da stehen:

Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden.

Diese Worte sind neben dem leiblichen Essen und Trinken das Hauptstück im Sakrament.

Und wer denselben Worten glaubt, der hat, was sie sagen und wie sie lauten, nämlich: Vergebung der Sünden.

Im Kapitel 34 dieses Buches Die Imitationskirche, Abendmahl – Teil 2, hatten wir gesehen, daß wenn wir das Fleisch essen sollen, das Fleisch des Herrn Jesus Christus, dann ist damit der geistige Sinn des Fleisches gemeint, und das ist das Wort, das eben, gemäß Johannes 1,14, Fleisch geworden war.

Beim Abendmahl geht es also darum, sich um das Wort Gottes zu scharen und das Wort Gottes angeboten zu bekommen und es zu konsumieren.

Und Luther erklärt dies eigentlich recht gut. Er sagt: Diese Worte sind ... das Hauptstück.

Das er von Sakramenten spricht, ist natürlich völlig unbiblisch. So etwas wie Sakramente gibt es nicht in der Bibel. Das war eben noch der Einfluß, den er von der katholischen Kirche mit herüber gebracht hatte und den er sich noch nicht abgewöhnt hatte.

Eine andere Erklärung von Luther, die im Dritten Hauptstück, Das Vaterunser, macht dagegen schon einen recht fleischlichen Eindruck:

Die vierte Bitte

Unser täglich Brot gib uns heute.

Was ist das?

Gott gibt täglich Brot, auch wohl ohne unsere Bitte, allen bösen Menschen; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er uns lasse erkennen und mit Danksagung empfangen unser täglich Brot.

Was heißt den täglich Brot?

Alles, was zur Leibes Nahrung und Notdurft gehört, wie Essen, Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromm Gemahl, fromme Kinder, fromm Gesinde, fromme und treue Oberherren, gut Regiment, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn und dergleichen.

Diese Aussage von Luther ist natürlich ein eindrucksvolles Zeugnis der Weltlichkeit der Orthodoxie, also aller Konfessionen, und besonders der lutherischen Kirche.

Diese Aussage steht in krassem Gegensatz zu dem, was uns Jesus in Matthäus 6,33 sagt, daß wir am ersten nach dem Reich Gottes trachten sollen und nach seiner Gerechtigkeit, so wird uns solches alles zufallen.

Wir trachten also nach geistigen Dingen und nicht nach materiellen Dingen, denn materielle Dinge wird uns Gott zufallen lassen, wenn wir hinter geistigen her sind.

Wenn Jesus uns in Matthäus 6,11 und Lukas 11,3 sagt, Unser täglich Brot gib uns heute, dann spricht Jesus von geistlicher Nahrung für unseren geistigen Körper, unsere Seele, und das ist das Wort Gottes.

Wir beten für geistige Nahrung, Gottes Wort, und wenn wir das suchen, das Reich Gottes, dann werden uns all die materiellen Notwendigkeiten zufallen.

Dies ist einer der wichtigsten Unterschiede zwischen der wahren Kirche und der falschen Kirche, denn dieser Unterschied verdeutlicht am Besten die Weltlichkeit der Konfessionen und ihre Zugehörigkeit zum Regiment des Antichristen, des Fürsten dieser Welt.

Ich will jetzt aber zu dem Hauptgegenstand dieses Kapitels kommen und der befindet sich im Zweiten Hauptstück, genannt Der Glaube. Dort steht folgendes:

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Wenn wir uns mit den zehn Geboten, Luthers Erstem Hauptstück, und mit dem Vaterunser, Luthers Drittem Hauptstück, befassen, dann befassen wir uns mit Dingen aus der Bibel, und Luther fügt dann seine Erklärungen dazu. Wenn Luther dann aber in seinem zweiten Hauptstück, Der Glaube, sich mit dem Glaubensbekenntnis beschäftigt, dann geht es um etwas, was nicht in der Bibel ist, sondern um etwas, was Jesus die Satzungen der Ältesten nennt, also um die Traditionen der Orthodoxie, der Imitationskirchen.

Das Glaubensbekenntnis, das Luther da aufführt, steht nicht in der Bibel. Es ist ein mensch-gemachtes Werk der Orthodoxie. Christen haben kein "Glaubensbekenntnis." Das ganze Wort Gottes ist für sie gültig und das beschränkt sich nicht auf die Bibel. Gott ist nicht vor 2000 Jahren gestorben und Gott hat nicht vor 2000 Jahren aufgehört, zu seinen Kindern zu sprechen. Gottes Offenbarung ist eine fortlaufende Sache und Gott hat immer zu den Menschen gesprochen. Es ist nur so, daß die Orthodoxie Gott von Anfang an bekämpft hat und alle Propheten und alle Offenbarungen unterdrückt hat und Gottes Botschafter umgebracht hat.

Das Glaubensbekenntnis ist also nicht biblisch.

Den Ausdruck "Auferstehung des Fleisches" gibt es nicht in der Bibel.

In seiner Erklärung schreibt Luther: "... und am Jüngsten Tage mich und alle Toten auferwecken wird..."

Dies ist ein Konzept, das wieder die geistige Bedeutung eines Wortes nicht kennt.

Wenn Jesus von seinem Fleisch spricht, dann ist die geistige Bedeutung davon das Wort Gottes, das Fleisch geworden ist.

Wenn Jesus von Brot spricht, dann spricht er nicht von Nahrung für den Körper, sondern von Nahrung, geistiger Nahrung, für die Seele.

Wenn Jesus von den Toten spricht, dann spricht er nicht von den physisch Toten, sondern von den geistig Toten. Dies kommt klar zum Ausdruck, wenn Jesus, in Lukas 9,60, sagt, Laß die Toten ihre Toten begraben. Die geistig Toten sollen die physisch Toten begraben. Oder die geistig Lebendigen sollen hingehen und das Reich Gottes verkünden.

Wir überlassen das Begraben von physisch Toten den geistig Toten, den Theologen, den Pastoren, den Priestern, den Konfessionen, den Klerikern und ihren Anhängern, den Laien.

Das Wort Geistlicher beschreibt sehr genau das, was so ein Geistlicher nicht ist, er ist nicht geistlich.

Wenn es bei Luther heißt, "Auferstehung des Fleisches," und "und am Jüngsten Tage mich und alle Toten auferwecken wird," dann versteht die Orthodoxie darunter, ein Wiedererstehen des physischen Körpers, eines Körpers der gleich dem ist, den wir jetzt haben.

Und in diesem Zusammenhang wird dann auch eine Regierung durch Jesus Christus angenommen, daß er körperlich auf der Erde anwesend sein wird und wie wir auf der Erde leben wird.

Hier sind drei Dinge verkehrt. Erstens gibt es keine Auferstehung des Fleisches in der Bibel. Zweitens wird am Jüngsten Tage niemand auferweckt. Und drittens sind die Toten am Jüngsten Tage geistig Tote und nicht physisch Tote.

Daß es keine Auferstehung des Fleisches gibt, kann am besten aus der Apostelgeschichte 2,31 ersehen werden. Dort heißt es, daß David von der Auferstehung des Christus geredet hat, daß er nicht bei den Toten gelassen ist und sein Fleisch die Verwesung nicht gesehen hat.

Jesus Christus ist dadurch auferstanden, daß er seinen Körper völlig vergeistigt hatte, und dadurch konnte sein Körper nicht mehr gesehen werden. Sein Körper war so geistig geworden, daß er nicht verwesen konnte und ihn Jesus mitnehmen konnte und er keinen Körper auf der Erde hinterließ. Sein Grab war leer.

Wenn seine Jünger, und nur seine Jünger, ihn dann später sahen, dann deshalb, weil Jesus ihren Bewußtseinszustand so änderte, daß sie ihn, seinen vergeistigten Körper, sehen konnten, sogar anfassen konnten.

Dies ist wichtig zu verstehen, denn nur wenn dieses verstanden wird, wird auch das zweite Kommen der Herrn richtig verstanden. Das zweite Kommen von Jesus geschieht in genau der gleichen Art und Weise wie Jesus zwischen Ostern und Pfingsten hier schon auf der Erde gelebt hat. Er erschien nur Einzelnen oder einzelnen Personengruppen. Die Ungläubigen konnten ihn nicht sehen und die Gläubigen nur zu bestimmten Anlässen. Sein Regieren war ein geistiges Regieren. Die Menschen damals wie auch die Menschen im kommenden tausendjährigen Reich werden von Jesus geistig regiert. Es ist ein geistiges sich leiten lassen vom Herrn.

Jesus ist jetzt eine völlig geistige Person. Da er aber einmal ein Menschensohn gewesen war, kann er wieder diesen nun vergeistigten Körper benutzen und uns als Mensch erscheinen.

Ein Lichtwesen, also ein Wesen, das einmal ein Mensch gewesen ist und nun Bewohner des Lichtreiches ist, kann auf der Erde Menschen erscheinen und das taten Mose und Elia als sie dem Petrus und dem Johannes und dem Jakobus auf dem Berg der Verklärung erschienen.

Nun kommen wir zu dem entscheidenden Punkt und das ist die Auferstehung eines Menschen und das ist eine völlig geistige Angelegenheit.

Es ist die Geschichte mit Nikodemus in Johannes 3,3: Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.

Das Reich Gottes ist das Lichtreich. Und das Lichtreich ist der Teil des geistigen Reiches, den man auch Himmel nennt. Die Hölle ist der Teil des geistigen Reiches, der das Reich der Finsternis genannt wird. Und Finsternis bedeutet eigentlich einfach nur, daß man im Reich der Finsternis so gut wie nichts wahrnehmen kann. Räumlich gibt es da weniger einen Unterschied. Es ist mehr eine Sache, daß man seine Umgebung nicht sehen kann, weil einem die geistigen Güter mangeln. Man ist zwar im geistigen Reich, da man aber so gut wie nichts erkennen kann, glaubt man, es gäbe da nichts. Man kann das Reich Gottes nicht sehen.

Die Auferstehung des Menschen ist also die Wiedergeburt, die geistige Wiedergeburt.

Es ist die Beendigung des Kampfes gegen Gott und die Entscheidung, sich von nun an Gott zuzuwenden.

Ich bringe jetzt eine Botschaft von Bertha Dudde:

 

Einigung der Seele mit dem Geist.

27. August 1944. B.D. NR. 3235.

Es ist ein überaus bedeutsamer Vorgang, wenn die Seele des Menschen sich mit dem Geist in ihr vereinigt, denn dann ist gewissermaßen die Wendung eingetreten; das materielle Dasein ist überwunden, wenngleich der Mensch noch auf Erden weilt, und die geistige Welt ist vorherrschend für den letzten Teil seines Erdenwandels. Es kann nun die Seele jede Äußerung des Geistes entgegennehmen, sie ist fähig, ihn zu verstehen, und sie nützet ihre Fähigkeit in ausgiebigster Weise. Sie läßt sich belehren und tritt somit in den Zustand des Wissens ein. Der Geist im Menschen ist unentwegt darauf bedacht, der Seele reichste Kenntnis zu vermitteln auf Gebieten, die der Seele sonst verschlossen sind und die sie nur mit Hilfe des Geistes betreten kann. Jede materielle Fessel aber ist ein Hindernis, um zu diesem Wissen zu gelangen, folglich muß die Seele erst die Materie überwunden haben, denn die Einigung der Seele mit dem Geist ist ein rein geistiger Vorgang, der keine irdische Bindung verträgt. Die Materie übt auf die Seele eine Wirkung aus, daß sie unfähig ist, die Stimme des Geistes in sich zu vernehmen. Die Seele muß völlig gelöst sein von jener und sich gänzlich dem Geist in sich überlassen, sie muß völlig widerstandslos sich seiner Kraft hingeben, die als Kraft aus Gott nun an ihr wirksam wird. Und also wird die Seele ins Erkennen geleitet, göttliche Weisheit wird ihr vermittelt, weil der Geistesfunke in ihr Anteil des göttlichen Geistes ist, dessen Gaben von höchstem Wert sind und die darum der Seele zur Vollkommenheit verhelfen müssen. Es wird nun die Seele nach göttlichem Plan ausgebildet, sie wird in ein Wissen eingeführt, das für sie geistigen Fortschritt bedeutet. Denn je mehr die Seele in der Erkenntnis steht, desto freier wird sie und desto fähiger, dieses Wissen zu verwerten. Und also betätigt sie sich nun in Liebe, indem sie dieses Wissen weitergibt an ihre Mitmenschen. Ein Wissen, das der Mensch vom Mitmenschen entgegennimmt, muß erst geprüft werden auf seine Wahrhaftigkeit, ein Wissen dagegen, das der Mensch aus sich selbst schöpft, das der Geist in ihm seiner Seele vermittelt hat, trägt die unbedingte Wahrheit in sich, und dies empfindet die Seele und vertritt daher ein solches Wissen voller Überzeugung. Und es wird dieses Wissen auch nicht ohne Eindruck bleiben auf den Mitmenschen, weil es voller Überzeugung dargeboten und jedem voll verständlich wird, weil es die Wahrheit in sich trägt und diese auch den Mitmenschen gefangennimmt, sowie er ernstlich nach Wahrheit verlangt. Und darum ist die Einigung der Seele mit ihrem Geist so bedeutungsvoll, weil sie nicht nur dem einen Menschen zur Wahrheit und also zur Reife verhilft, sondern auf weite Kreise segenbringend wirkt, weil die Wahrheit sich Bahn bricht und auch erkannt wird als solche von den Menschen, die wieder nach ihr streben, jedoch die Einigung ihrer Seele mit dem Geist noch nicht selbst hergestellt haben. Ihnen wird aber diese Einigung nicht schwer sein, sowie sie den ernsten Willen dazu haben, und dieser Wille wieder wird angeregt durch wahrheitsgemäße Belehrungen eines Menschen, dessen Geist erweckt ist. Amen. B.D. NR. 3235.

 

Die Auferstehung von den Toten ist also eine Wendung. Es ist ein geistiger Vorgang. Ein geistig toter Mensch wir ein geistig lebendiger Mensch. Er wird wieder das, was er vor dem Fall war. Er wird wieder wie ihn Gott geschafften hat, in seinem Ebenbild.

Es ist ein Vorgang, der eintritt, wenn der Mensch noch auf Erden weilt.

Religiöse Menschen erkennen einfach nicht, daß wenn Jesus von den Toten spricht, er von geistig Toten spricht, von Menschen, die geistig tot sind. Und da gibt es etliche Stellen in der Bibel, wo von der Auferstehung der Toten gesprochen wird.

In Matthäus 22,31-32 spricht Jesus von der Auferstehung von den Toten:

Habt ihr nicht gelesen von der Toten Auferstehung, was euch gesagt ist von Gott, der da spricht: "Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs"? Gott aber ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen.

Wenn Menschen geistig tot sind, dann sind sie fern von Gott, und sie kommen erst dann wieder zu Gott zurück, wenn sie geistig wieder lebendig geworden sind, wenn ihre Seele sich wieder mit ihrem Geist vereinigt hat.

Die Auferstehung von den Toten wurde durch Jesus möglich und wurde nötig, weil Menschen geistig gestorben waren, durch den Fall, und Jesus ihnen nun die Möglichkeit bot, wieder geistig lebendig zu werden und das durch seinen eigenen körperlichen Tod und seine dann folgende Auferstehung. 1 Korinther 15,20-22:

Nun ist aber Christus auferstanden von den Toten und der Erstling geworden unter denen, die da schlafen. Sintemal durch einen Menschen der Tod und durch einen Menschen die Auferstehung der Toten kommt. Denn gleichwie sie in Adam alle sterben, also werden sie in Christo alle lebendig gemacht werden.

Es folgen jetzt zwei Botschaften von Bertha Dudde zum Jüngsten Gericht:

 

Jüngstes Gericht.

23. Februar 1942. B.D. NR. 2242.

Der Dämon des Hasses und der Lieblosigkeit vergiftet die Welt, und dies bedeutet den Beginn des geistigen Zusammenbruches, des geistigen Verfalls - es bedeutet den Untergang sowohl geistig als auch irdisch. Es muß, was völlig zur Lieblosigkeit geworden ist, als verloren gelten für die Ewigkeit, d.h., es kann sich auf Erden nicht das ewige Leben erwerben, sondern Tod, also völlige Leblosigkeit, ist sein Los für ewige Zeiten. Folglich ist die Erde als Erlösungsstation für dieses Geistige unnötig geworden, da es keine Möglichkeit ausgenützt hat, und darum ist die Aufenthaltszeit für das Geistige auf Erden beendet - eine Erlösungsepoche findet ihren Abschluß, so, wie es verkündet ist in Wort und Schrift. Eine Jahrtausende währende Entwicklungszeit endet mit einem Gericht, mit einer Scheidung des Erlösten und des Unerlösten - des Gott zugewandten und des Gott gänzlich fernen Geistigen. Es richtet Gott Seine Geschöpfe, d.h., Er trennt endgültig die Seinen von den Anhängern des Satans, Er gibt ersteren ein freies Leben in Seligkeit und bindet die Gegner erneut in der Form, in der Materie, die sie begehrten und darüber Gott vergaßen, also sich Ihm gänzlich entfremdeten. Es sind dies die Lebendigen und die Toten - die nun gerichtet werden, die ihren Lohn und ihre Strafe empfangen von Gott nach Seinen Worten, denn Gott ist gerecht, und Er teilt aus nach Verdienst. Leben werden, die Gott erkannt haben, die Ihn lieben und Seinen Willen erfüllen; doch zum ewigen Tode verdammt sein, die Ihn nicht anerkannten und sich Seinem Gegner zuwandten und deren Leben nur Lieblosigkeit war. Gott hat wohl eine unendliche Geduld mit Seinen Geschöpfen, und Er schiebt immer noch den Tag hinaus; doch Seine Geduld wird nicht gewertet von der Menschheit, denn die Gott nicht anerkennen, denen fehlt auch jeder Glaube an ein Strafgericht Gottes, und jeder Hinweis darauf ist erfolglos. Und so wird es kommen unerwartet für die Menschen, die keinen Glauben haben, und größten Schrecken auslösen, den Gläubigen aber Rettung bringen in größter Not, denn sie sind in äußerster Bedrängnis um ihres Glaubens willen. Und es muß die Scheidung nun stattfinden, weil es für die Ungläubigen, die in vollster Lieblosigkeit dahinleben, keine Möglichkeit einer Besserung mehr gibt, denn jegliche Prüfungen zuvor, Leid und irdische Not, sind erfolglos und des Satans Macht über diese Menschen ungeheuer, denn sie ergeben sich ihm und trachten den gläubigen Menschen nach dem Leben. Es ist dies die Zeit des völligen Verfalls, die dem letzten Gericht vorangeht, das das Ende der derzeitigen Erde bedeutet und den Beginn einer neuen Zeitepoche, die geistig außerordentlich bedeutungsvoll ist, weil Gott das Böse erneut bannt auf undenklich lange Zeit. Amen. B.D. NR. 2242.

 

Jüngstes Gericht. Ende einer Zeitepoche der Erlösung.

24. Februar 1942. B.D. NR. 2243.

Die gesamte Menschheit wird gerichtet am jüngsten Tage, und ein jeglicher, ob gut oder böse, wird seinen Lohn empfangen. Und also wird eine Scheidung sein des Guten vom Bösen, des Gerechten vom Ungerechten, des Gläubigen vom Ungläubigen, und Gott Selbst wird zu Gericht sitzen und einen jeden lohnen oder strafen nach Verdienst. Dieses Gericht ist unabwendbar und beschließet einen bedeutungsvollen Zeitabschnitt, eine Gnadenzeit, die dem Unerlösten auf Erden gewähret war durch Gottes übergroße Liebe. Es war diese Zeit eine Zeit unaufhörlichen Ringens des lichtvollen Geistigen mit der Finsternis, es war eine Zeit des Kampfes alles Wesenhaften, das zur Höhe strebt, und in dieser Zeit hatte das Wesenhafte die Möglichkeit, zum Lichtwesen sich zu entwickeln, so es nur wollte. Doch es wurde von Gott auch dem Wesenhaften eine Grenze gesetzt, indem der Zeitabschnitt vorbestimmt war seit Ewigkeit, der für die Erlösung dem Wesenhaften zur Verfügung stand. Und es war diese Zeit wahrlich so bemessen, daß sie vollauf genügte zur restlosen Erlösung, jedoch sie wurde nicht genützt in dem Maße, wie sie genützt werden konnte, und es blieben zahllose Möglichkeiten unbeachtet, weil das Wesenhafte seinen freien Willen nicht gebrauchte oder ihn mißbrauchte und sich aufs neue kettete an die Macht, aus der es sich befreien sollte. Für diesen freien Willen und dessen Nutzung muß sich nun das Wesen verantworten am Tage des Gerichtes, und es wird je nach seinem Willen sich wenden zum Himmel oder zur Hölle - zum Licht oder zur Finsternis - es wird nichts anderes sein Los sein, als was es durch seinen Willen sich selbst geschaffen hat. Es wird Geist in aller Freiheit sein, so es auf Erden dies angestrebt hat, oder wieder gebannt sein in der festen Materie, die es auf Erden begehrt hat mit allen seinen Sinnen. Ersteres ist ein Zustand der Glückseligkeit, letzteres ein Zustand der Qual und unvorstellbaren Leidens - erneute Gefangenschaft durch endlose Zeiten hindurch in qualvollster Reue und Hilflosigkeit. Doch Gott ist gerecht - denn in Seiner Liebe war Er Ewigkeiten hindurch bemüht, dieses Wesenhafte zur Freiheit zu führen. Es standen ihm alle Hilfsmittel zu Gebote, die Gnaden des Erlösungswerkes erwarb Er den Wesen durch Seine Menschwerdung und Seinen Tod am Kreuze, Er war unendlich langmütig und geduldig, doch eines mußte Er ihnen lassen - den freien Willen. Und diesem entsprechend muß Er nun auch die Menschen richten, so der Tag gekommen ist, der diese Gnadenzeit beendet. Denn dieser freie Wille ist entartet, er wird nur noch genützt zum Wirken für den Gegner Gottes, und also muß er wieder gebunden werden auf endlose Zeiten hinaus. Es ist das jüngste Gericht der Anfang und das Ende - eine neue Zeitepoche beginnt, und die alte ist beendet, das Erdenleben hat seinen Abschluß gefunden für alles Wesenhafte, das auf Erden verkörpert war, teils in den Schöpfungswerken, teils im Fleisch. Doch es entsteht eine neue Schöpfung, die wieder das Geistige in sich birgt, das seinen Erdenweg noch nicht zu Ende gegangen ist, jedoch den letzten Verkörperungen nahe war. Denn dieses Geistige hatte seinen freien Willen noch nicht zurückerhalten, kann also auch nicht zur Verantwortung gezogen werden am Tage des Gerichtes. Die gesamte Menschheit aber wird sich verantworten müssen vor Gott am jüngsten Tage, und ihre Sündhaftigkeit wird offenbar werden, und nur eine kleine Anzahl Gerechter wird vor den Augen Gottes bestehen können und eingehen in das Reich des Friedens. Amen. B.D. NR. 2243.

 

Jetzt folgt Lukas 9,60:

Aber Jesus sprach zu ihm: Laß die Toten ihre Toten begraben; gehe du aber hin und verkündige das Reich Gottes!

In diesem kurzen Vers haben wir den ganzen Unterschied zwischen der mensch-gemachten Kirche, der Imitationskirche, auf der einen Seite, und der wahren Kirche Christi, dem Leib Christi, auf der anderen Seite, zusammengefaßt.

Die mensch-gemachte Kirche beschäftigt sich mit weltlichen Dingen, mit dem Begraben von Toten zum Beispiel. Da kommen die geistig Toten zusammen und beschäftigen sich mit den Dingen der Welt. Und dieses Beschäftigen mit den Dingen die die Materie betreffen hat den Hauptzweck, es zu vermeiden, sich mit den wirklich wichtigen Dingen des Lebens, mit geistigen Dingen zu beschäftigen.

Sie wollen es vermeiden, sich mit der geistigen Welt zu beschäftigen, mit dem Reich Gottes.

Und das Reich Gottes ist das Jenseits. Und das Jenseits ist das Reich des Lichtes und auch das Reich der Finsternis und besonders, was dort vor sich geht und wie es der Seele des Verstorbenen dort ergeht. Gerade diese Kenntnis dieser Dinge wird weitgehendst umgangen und es wird von ihnen nur in Andeutungen gesprochen, so als ob man davon nicht so sprechen kann, wie man von weltlichen Dingen spricht.

Die ganze Orthodoxie ist darauf angelegt, einen Schleier über das Reich Gottes zu legen, es zu verschleiern, es unsichtbar zu machen, so daß es keine Kenntnisse darüber gibt, daß sich die Menschen nicht damit beschäftigen, sondern sich auf diese Welt konzentrieren, also weltlich bleiben, und bei ihrem Abscheiden weltlich sind und das Ziel des Lebens verfehlen und im Reich der Finsternis landen.

Sie können das Reich Gottes nicht verkündigen, weil sie es nicht kennen.

Wir hatten weiter oben das Ereignis auf dem Berg der Verklärung erwähnt. Da erschienen Mose und Elia. Die drei Jünger von Jesus, Petrus und Jakobus und Johannes, konnten, da ihr Bewußtseinszustand verändert worden war, die geistigen Körper von Mose und von Elia sehen.

Als Mose starb, hinterließ er einen Körper. Auf dem Berg Nebo, dem Gipfel des Gebirges Pisga, gegenüber Jericho, im Lande Moab, starb er und wurde im Tal, im Lande Moab gegenüber Beth-Peor, begraben.

Elia hingegen starb nicht. Er hinterließ keinen Körper. Elia fuhr im Wetter gen Himmel und sein Nachfolger, Elisa, sah ihn nicht mehr.

Elias Körper war also vergeistigt worden und er konnte seinen nun vergeistigten Körper mitnehmen und später damit auf dem Berg der Verklärung erscheinen.

Wie kommt es nun, daß Mose in seinem ehemaligen Körper auch auf dem Berg der Verklärung erscheinen konnte? Er hatte ja seinen Körper im Lande Moab gelassen und ihn nicht mitgenommen.

Wenn wir vom Menschen sprechen, dann vereinfachen wir die Sache eigentlich, den eigentlich ist die Sache komplizierter. Der eigentliche Mensch ist ein dreifaches Wesen. Er ist Körper und er ist Seele und er ist Geist.

Dies ist nun ein Konzept, das so gut wie kaum von den sogenannten Geistlichen erklärt und besprochen wird. Da gibt es viele Gründe dafür, aber der Hauptgrund ist einfach, daß das Reich Gottes von den Menschen ferngehalten werden soll. Die Menschen sollen davon abgehalten werden, das Reich Gottes zu suchen und zu finden und es kennenzulernen und erlöst zu werden. Sie sollen alle schön artig den Geistlichen in die Hölle folgen.

Doch dieses Konzept der Dreifaltigkeit des Menschen ist eigentlich immer noch eine Vereinfachung, denn in Wirklichkeit ist die Sache komplizierter. Wir haben uns damit ausführlicher in den Kapiteln 22 und 23 und 24 dieses Buches Die Imitationskirche beschäftigt.

Dort hatten wir gesehen, daß schon der Körper eigentlich aus drei verschiedenen Teilen besteht, aus dem physischen Leib und dem Lebensleib und dem Seelenleib.

Und dabei ist eigentlich nur der physische Leib etwas wirklich materielles. Die anderen beiden Teile sind bereits übernatürlich.

Was der Mensch, zum Beispiel Mose, beim Tod hinterläßt, ist nur der physische Leib und der Lebensleib.

Der Lebensleib und der Seelenleib sind beim lebendigen Menschen durch den silbernen Strick verbunden und beim Tod wird diese Verbindung gelöst und die Seele, zusammen mit dem Seelenleib, verläßt den Körper und geht ins geistige Reich, und der Körper und der Lebensleib werden hinterlassen.

Der physische Körper hängt völlig vom Lebensleib ab. Der Lebensleib gibt ihm das Leben, organisiert alles und wird selbst vom Seelenleib betrieben. Der Seelenleib ist unvergänglich und der Lebensleib und der eigentliche Leib sind dagegen vergänglich. Sie vergehen.

Wenn nun Mose auf der Erde jemanden erscheinen will, dann hat er immer noch seinen Seelenleib und kann diesen sich Erdenbewohnern gegenüber manifestieren lassen.

Mose tut nichts anderes als Elia. Beide benutzen ihren Seelenleib, um sich darzustellen. Moses Seelenleib wurde im Jenseits vervollständigt und Elias Leib wurde bereits im Diesseits so spiritualisiert, daß ihn Gott zusammen mit seinem Körper entrücken konnte.

Ausgerüstet mit dieser Information ist es dann auch relative einfach folgende Schriftstelle zu verstehen:

Aber Jesus schrie abermals laut und verschied. Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stücke von obenan bis untenaus. Und die Erde erbebte, und die Felsen zerrissen, die Gräber taten sich auf, und standen auf viele Leiber der Heiligen, die da schliefen, und gingen aus den Gräbern nach seiner Auferstehung und kamen in die heilige Stadt und erschienen vielen. Matthäus 27,50-53

Viele Leiber der Heiligen, die da schliefen, gingen aus den Gräbern nach seiner Auferstehung und kamen in die heilige Stadt und erschienen vielen.

Zwischen dem Tod und der Auferstehung war Jesus auch in der Hölle und die Heiligen dort beendeten ihren Aufenthalt da und kamen ins Lichtreich. Sie schliefen dort, vor ihrer Befreiung, in der Unterwelt. Und das bedeutet eine gewisse Untätigkeit, ein gewisses Totsein, denn das geistig lebendige Wesen ist immer tätig, immer aktiv. Und bevor sie ins Lichtreich kamen, ließen sich einige von ihnen noch von vielen sehen. Sie ließen ihren Seelenleib von vielen sehen. Sie verursachten eine Bewußtseinsveränderung bei vielen damit sie den Seelenleib der Heiligen sehen konnten und diese Bewußtseinsveränderung bewirkte auch, daß sie sofort wußten, um wen es sich da handelte, welchen Heiligen sie da vor sich hatten.

Wir fingen unsere Betrachtungen mit Doktor Martin Luther an und eine wichtige Sache über Luther zu wissen, ist, daß er ein fleischlicher Mensch war; er war ein fleischlicher Mensch bis er die katholische Kirche aus seinem Leben exkommunizierte. Dies war der Augenblick wo er ein geistlicher Christ wurde, denn er verließ seine Konfession und diesem Verlassen der mensch-gemachten Kirche verließ er auch seinen fleischlichen Zustand.

Er übersetzte dann das Neue Testament in die deutsche Sprache und das ist eine recht beliebte und berühmte Übersetzung bis heute. Es ist auch die einzige Übersetzung, so weit ich weiß, die nicht von einem fleischlichen Christen oder von fleischlichen Christen oder von fleischlichen Leuten oder von Gruppen von fleischlichen Leuten gemacht wurde.

So lange Luther noch Teil der katholischen Kirche war, war er fleischlich. Und er war nicht nur fleischlich, er war auch ein Wolf in Schafskleidern, denn er war ein Priester und ein Professor der Theologie. Er war ein Kleriker. Leider hielt Luthers geistlicher Zustand nicht an, denn später fing er seine eigene Konfession an und kehrte somit in seinen ehemaligen Zustand der Fleischlichkeit zurück.

Das Wort fleischlich wird von Luther benutzt. Moderne Versionen benutzen das Wort irdisch oder weltlich. Und das ist es was alle Konfessionen sind. Sie sind weltlich. Sie sind weltlich und sie dienen dem Fürsten dieser Welt. Sie gehören alle zum Regiment des Antichrist.

 

Siehe B.D. NR. 3916 – Todesschlaf. Auferweckung aus den Gräbern am jüngsten Tage.

 

Dieses ist das Ende von "Auferstehung des Fleisches?"

Zur englischen Version dieses Kapitels: Resurrection of the flesh?

Zu Kapitel: [43]

 

 

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